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Der Hortfund von Neupotz

Der Hortfund von Neupotz, auch als Barbarenschatz bekannt, gilt mit einem Gewicht von über 700 kg als der größte römerzeitliche Metallfund Europas. Er umfasst über 1000 Objekte aus Bronze, Messing, Eisen und Silber unterschiedlichen Charakters wie Tafelgeschirr, Münzen, Werkzeug, Waffen sowie sakrale Gegenstände. Aufgrund seiner Vielfalt dokumentiert der spektakuläre Schatz eindrucksvoll das Leben der römischen Provinzbevölkerung während der Besetzung am Oberrhein.

Der einmalige Fund wurde vor über 25 Jahren bei Kiesabbauarbeiten im Altrhein bei Neupotz entdeckt und seitdem ans Tageslicht befördert. Er gehört zum selben Fundhorizont wie der Hortfund von Hagenbach, der hauptsächlich Schmuck und Votivbleche aus Aquitanien enthält.

Aufgrund der Münzdatierungen werden die Baggerfunde aus dem Rhein als Beutegut alamannischer Stämme betrachtet, die vom Reichtum der römischen Gebiete angezogen auf ihren Plünderungszügen in den Krisenjahren 259/260 brandschatzend in das zerrüttete Imperium einfielen, den Limes überschritten und bis tief in die gallisch-germanischen Provinzen vordrangen.

Wie der Fund bezeugt, war der von den Römern kontrollierte Rhein eine gefährliche Hürde auf ihrem Rückweg ins Freie Germanien. Denn als die germanischen Eindringlinge reich mit Beute beladen die Flucht in ihre Heimat antraten, wurden sie oft von römischen Truppen, die mit ihrer Schiffsflotte auf dem Rhein patrouillierten, bei der Flussüberquerung abgefangen. Nach heftigen Gefechten versank ein Teil der erbeuteten Reichtümer in den Fluten des Rheins.

 

Weitere Informationen

Heimatmuseum Neupotz

"Hausrat, Kleidung, Werkzeuge"    

Im Rathaus

76777 Neupotz

Tel. 0 72 72 / 87 61 oder 87 50