Kreisverwaltung Germersheim

Neu in der Präventionskette im Landkreis Germersheim: Traumpädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

20.09.2018 - Kinder und Jugendliche mit traumatischen Erfahrungen können nun gezielt auch im Landkreis Germersheim eine traumpädagogische Unterstützung erhalten. Das berichtete der Erste Kreisbeigeordnete Christoph Buttweiler in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses im September. Im Rahmen der Weiterentwicklung der Präventionskette im Landkreis Germersheim hat die Verwaltung des Jugendamtes in Kooperation mit dem Caritas-Zentrum Germersheim die Fachstelle „Traumapädagogik“ einrichten können, „sodass jetzt eine weitere Lücke in der Präventionskette geschlossen ist und wir für Kinder und Jugendliche mit traumatischen Erfahrungen ein wirklich wichtiges und gutes Angebot vorhalten“, so die Jugendamtsleiterin Denise Hartmann-Mohr.

Zur Zielgruppe gehören Kinder und Jugendliche, beschreibt die Jugendamtsleiterin, die sowohl wiederkehrende traumatische Erfahrungen, z.B. wiederholter sexueller Missbrauch, als auch einmalige Ereignisse, z.B. Autounfall, gemacht haben.

Neben der Einzelfallarbeit und der Elternarbeit umfasst das Angebot auch ein Beratungs- und Informationsangebot für Fachkräfte, die in ihrem beruflichen Alltag mit Kindern und Jugendlichen mit traumatischem Erfahrungshintergrund konfrontiert sind. Dies betrifft in erster Linie Fachkräfte in Kitas, Schulen, aber auch Pflegeeltern und Fachkräfte aus den Sozialen Diensten.

Ansprechpartner ist das Caritas-Zentrum Germersheim, Traumapädagogische Fachstelle, 17er-Straße 1, 76726 Germersheim, Tel. 07274/9491-0, www.caritas-zentrum-germersheim.de.

Traumapädagogik ist eine junge Fachdisziplin. „Sie ist als Unterstützung von traumatisierten Mädchen und Jungen im pädagogischen Alltag zu verstehen“, betont Denise Hartmann-Mohr und ergänzt, dass Traumaarbeit grundsätzlich notwendig sei, da Mädchen und Jungen mit traumatischen Erfahrungen Überlebensstrategien entwickelt haben, die ihnen den Zugang zur sozialen Teilhabe, zu Gleichaltrigen und auch Erwachsenen erschwert und kaum ermöglichen.

Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses begrüßten einhellig die Initiative der Verwaltung, da somit früh präventiv gearbeitet werden kann und Folgeproblematiken bei den Kindern und Jugendlichen und damit letztlich auch Folgekosten erspart werden können.