Kreisverwaltung Germersheim

Zehn Jahre Netzwerk „Kindeswohl und Kindergesundheit im Landkreis Germersheim“ - Vernetzt sein und passende Hilfe anbieten – schnell, unkompliziert, kostenlos

06.11.2018 - „Gemeinsam und effektiv zum Schutz von Kindern handeln, das ist das Kernziel des Netzwerkes ‚Kindeswohl und Kindergesundheit im Landkreis Germersheim‘“, fasste es die Netzwerkkoordinatorin, Annette Heck, während der diesjährigen Netzwerkkonferenz in Wörth zusammen. Seit zehn Jahren pflegt das Jugendamt im Landkreis Germersheim das lokale und interdisziplinäre Netzwerk zur Förderung des Kindeswohls und zur Verbesserung des Kinderschutzes und der Kindergesundheit. Vor zehn Jahren ist das entsprechende Landesgesetz in Kraft getreten, das solche Netzwerke insbesondere befürwortet, dazu wird es durch das Bundes-Kinderschutzgesetz seit 2012 gestützt.

„Kinderschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und braucht die Achtsamkeit der Gemeinschaft“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete Christoph Buttweiler in seiner Begrüßung der Netzwerkkonferenz-Teilnehmer, die ganz im Zeichen Miteinanders und des zehnten Netzwerk-Geburtstags stand. Überschrieben war der Tag mit „Warum Kinderschutz nur im Netzwerk gelingen kann“, was auch zentrales Thema des praxisnahen Gastvortrags „Kooperation und Kommunikation im Netzwerk“ von Dr. Mike Seckinger, Deutsches Jugendinstitut München, war.

Rund 180 Fachkräfte aus den Bereichen der Medizin, Pädagogik, Justiz und weitere, die mit Kindern, Jugendlichen und deren Eltern in Kontakt kommen, nutzten die Netzwerkkonferenz auch diesmal wieder, um sich zu informieren, sich kennenzulernen und vor allem in einen konstruktiven Austausch zu treten. „Wenn man sich gegenseitig kennt und die Handlungsabläufe in den Organisationen und Einrichtungen versteht, können viel gezielter angemessene Hilfen und Unterstützungen angeboten werden“, so Denise Hartmann-Mohr, Leiterin des Jugendamtes des Landkreises Germersheim und nennt ein Beispiel, wie schnell, unkompliziert, ohne Antrag und kostenlos durch eine enge Vernetzung geholfen werden konnte:

„Einmal rief eine junge Mutter bei der Netzwerkkoordinatorin „Kindeswohl und Kindergesundheit“ an und wollte weitere Elternbrief wie sie sie in der Willkommenstasche des Landkreises erhalten hatte. Während des Gesprächs begann die Frau zu weinen und erzählte – von ihrem neun Monate alten Baby, das keine Nacht durchschläft und viel schreit, von ihrem Mann, der sehr krank ist. Die Anruferin war verzweifelt. Den Vorschlag, ihre Telefonnummer an die Familienhebamme weiterzugeben, die sich dann bei ihr melden würde, nahm sie an. Schon am nächsten Tag war die Familienhebamme der Frühe Hilfen im Landkreis Germersheim, Jutta Breichler, dort und für die Familie da. Nach wenigen Tagen entspannte sich die Situation und das Kind begann durchzuschlafen.“ „Das ist, was wir uns unter Frühen Hilfen vorstellen: Kein Antrag, keine Wartezeit. Einfach schnelle Hilfe“, sagt Christoph Buttweiler, „Deshalb ist die Netzwerkarbeit so wichtig und wird auch in den kommenden Jahren intensiv fortgesetzt.“