Kreisverwaltung Germersheim

Gemeinsam Sorge tragen für die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt

07.03.2019 - Kooperationsvereinbarung unterzeichnet

Um die Versorgung hilfe- und pflegebedürftiger Menschen nach einer stationären Krankenhausbehandlung bestmöglich zu organisieren, gibt es nun eine Kooperationsvereinbarung zum „Patientenorientierten Case Management nach einem Krankenhausaufenthalt“. Diese Vereinbarung wurde zwischen dem Landkreis Germersheim, der Kooperationsgemeinschaft der Pflegestützpunkte im Landkreis sowie der Asklepios Südpfalzkliniken GmbH mit den Standorten in Germersheim und Kandel und dem Pfalzklinikum für Psychiatrie und Neurologie AdöR geschlossen. Mit der Unterschrift unter der Vereinbarung bekennen sich die Kliniken, die Pflegestützpunkte und die Kommune zur gemeinsamen Verantwortung für eine Organisation und Sicherstellung der Versorgung der Menschen nach einer stationären Krankenhausbehandlung durch ein sektorenübergreifendes Entlassmanagement.  

Durch einen abgestimmten und frühzeitig einsetzenden Beratungsprozess soll hilfe- und pflegebedürftigen Menschen nach einem Krankenhausaufenthalt eine angemessene Versorgungsperspektive, bevorzugt im häuslichen Bereich, ermöglicht werden. Landrat Dr. Fritz Brechtel sowie der Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernent Christoph Buttweiler unterstützen dieses Miteinander, „unterstreicht es doch in besonderer Weise unser seit Jahren ausgegebenes Ziel und den Leitsatz im Landkreis Germersheim `„Gemeinsam älter werden zu Hause – Gestern, heute und in Zukunft´.“

Frank Lambert, Geschäftsführer der Asklepios Südpfalzkliniken GmbH: „Bei uns stehen die Patienten im Mittelpunkt. Den Übergang vom stationären in den ambulanten Bereich planen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten bestmöglich mit und für die Patienten und Angehörigen.“ Im Krankenhaus sind es in der Regel die Pflegekräfte auf den Stationen, die einschätzen, ob und vor allem in welchem Ausmaß ein Patient im Anschluss an die stationäre Behandlung weitere Unterstützung bei der Organisation und Klärung der pflegerischen Versorgung nach der Entlassung erforderlich ist. Bei komplexen Fällen wird der Krankenhaus-Sozialdienst eingeschaltet. „Entlassmanagement beginnt mit der Aufnahme im Krankenhaus“, so Dr. Lorenzini, Chefärztin der Geriatrie in der Asklepios Klinik in Kandel. In der Altersmedizin erfolgt die Behandlung im multiprofessionellen Team. Ärzte, Pflegekräfte, Therapeuten und Sozialdienst liefern relevanten Informationen zum Patienten. „Diese umfassende fallbezogene Einschätzung fließt in die Entlassplanung ein. Wir sind gut aufgestellt.“ 

Schließlich sind die Pflegestützpunkte die zentralen Anlaufstellen außerhalb der Krankenhäuser für hilfe- und pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige. Für ein effektives sektorenübergreifendes Entlassmanagements sind gute Kooperationsbeziehungen zwischen den Krankenhaus-Sozialdienst und der Pflegestützpunkte mit dem Sozialamt wichtig. Karin Kaltenbach, Fachbereichsleiterin Soziale Hilfen in der Kreisverwaltung Germersheim, bestätigt: „Gerade in Fällen, bei denen erkennbar ist, dass für die erforderliche Anschlussversorgung die Leistungen der Kranken- und Pflegeversicherung und das eigene Einkommen nicht reichen wird, ist die frühzeitige Kontaktaufnahme, der Informationsaustausch und die Weitervermittlung Voraussetzung für die schnelle Klärung von Bedarfen und Ansprüchen.“

Christoph Buttweiler ergänzt: „Deutlich wird aber auch die zentrale Rolle der Kommune, wenn es darum geht, für Kranke und Pflegebedürftige mit allen Partnern aus dem Beratungs- und Pflegebereich Lösungen für eine gute, durchgängige und möglichst wohnortnahe medizinische und pflegerische Versorgung zu erarbeiten. Grundsätzlich ist uns wichtig, die Vielfalt der Unterstützungsangebote im Landkreis und deren Vernetzung noch bekannter zu machen.“ 

„Die Verbesserung und Vernetzung unserer Zusammenarbeit beginnt mit der Einwilligung des Patienten im Krankenhaus dazu, dass Informationen über die Pflegestützpunkte und die Hilfen des Sozialamts im Krankenhaus im Rahmen des Entlassmanagements weitergegeben werden, damit die Zusammenarbeit zwischen der Kommune, den Kliniken und den Pflegestützpunkten nachvollziehbar wird“, erklärt Valkana Krstev von der Geschäftsstelle Regionale Pflegekonferenz der Kreisverwaltung. Krstev koordiniert die Netzwerkgruppen, die die Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen begleiten. 

Im Rahmen des Zukunftsprogramms „Gesundheit und Pflege – 2020“ wurden die beteiligten Partner bei der Erarbeitung der Kooperationsvereinbarung vom Rheinland-Pfälzischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie (MSAGD) unterstützt. Das vom Ministerium beauftragte Institut FOGS (Gesellschaft für Forschung und Beratung im Gesundheits- und Sozialbereich GmbH) begleitete in Workshops die Pflegestützpunkte und die Krankenhaussozialdienste bei der Analyse der bestehenden Abläufe bei der Entlassung aus dem Krankenhaus und der Schnittstellen zu den Beratungs- und Versorgungsangeboten sowie der Erarbeitung der Kooperationsvereinbarung.


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