Initiative im Landkreis Germersheim: "Gemeinsam älter werden - Zuhause: Heute, morgen und in Zukunft"

Die Initiative „Gemeinsam älter werden – Zuhause: Heute, morgen und in Zukunft“ knüpft an das gleichnamige Bundes-Modellprojekt an, das in den Jahren 2012 – 2014 im Landkreis durchgeführt wurde.

Ziel ist der Aufbau von Unterstützungs- und Hilfestrukturen in den Gemeinden, die es den Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen länger, länger im gewohnten Umfeld leben zu können.

Dabei gehen wir von folgenden vier Grundannahmen aus:

- Ausgangspunkt ist die demografische Entwicklung im Landkreis Germersheim und in den Gemeinden nach der zu erwarten ist, dass sich z.B. die Anzahl der über 80-Jährigen bis 2060 um das 2,7 – fache anwächst.

- Eine konzeptionell unveränderte, lediglich zahlenmäßig ansteigende Fortschreibung der bisherigen Pflegestrukturen wird den absehbaren Anforderungen und Rahmenbedingungen der Zukunft nicht mehr gerecht.

- Notwendig sind deshalb grundsätzlich neue Antworten und Lösungswege für die Entwicklung der Hilfen für Ältere um die Seniorenhilfe in einem leistbaren Rahmen zu halten und den Erwartungen der Betroffenen an ein Leben im Alter gerecht zu werden.

-  Die Beteiligung und Einbindung der Bürgerschaft bei Planung und Realisierung der Hilfestrukturen ist künftig unverzichtbar.

 

Lösungswege:

- Die (Wohn-) Quartiersentwicklung in den Gemeinden steht im Vordergrund und wird nachhaltig gefördert

- Die Ausgestaltung der Unterstützungsangebote erfolgt künftig in einem „Bürger-Profi-Technik-Hilfemix"

- Der Landkreis zeigt die Entwicklungsrichtung der Pflegestrukturplanung auf und unterstützt die Orts- und Verbandsgemeinden, ebenso wie die Leistungserbringer bei der Neuausrichtung

- Es liegen gute Vorerfahrungen und und positive Impulse aus dem BMFSFJ-Modellprojekt „Gemeinsam älter werden - Zuhause: Heute, morgen und in Zukunft“ (2012-2014) vor

 

Die Neuausrichtung der Pflegestruktur im Landkreis ist geplant:

- Die Regionale Pflegekonferenz hat ein richtungsweisendes Leitbild entwickelt und verabschiedet

- Eine Arbeitsgruppe der Pflegekonferenz erstellte das Grundsatzpapier „Pflege 5.0“ (Elemente eines ambulant organisierten, ggf. pflegeheimlosen, voll versorgten Wohnquartiers) . Die Vorlage wurde von der Pflegekonferenz einstimmig angenommen.

- Nach dem Abschluß des Modellprojekts wird ab 2015 des Netzwerk der Seniorenbeauftragten (in der Funktion als örtliche Moderatoren und Anstoßgeber) auf Kreisebene weitergeführt und professionell begleitet. Hier werden auch gemeinsam Projektideen entwickelt und die Umsetzung fachlich begleitet.

- Über eigene Fachtagungen, Informationen und Austausch im Rahmen der Pflegekonferenz, sowie individuelle Beratungsangebote, unterstützt und begleitet die Geschäftsstelle der Pflegekonferenz kommunale Mandatsträger und Gemeindeverwaltungen bei den Herausforderungen des demografischen Wandels. Dazu wurde eine Roadmap erstellt, die in den Kommunen als Leitlinie für die Neustrukturierung eingesetzt werden kann.

Die Unterlagen zum Fachtag „Sorgende Gemeinschaften in den Gemeinden der Südpfalz: Vom Wunsch zur Wirklichkeit“  (10.11.2015, Germersheim) finden Sie hier.

Landrat Dr. Fritz Brechtel und Harald Nier haben in einem Beitrag für die Zeitschrift „Der Landkreis“ Ausgabe 7/2016 die Neuausrichtung der Pflege- und Betreuungsstrukturen auf der Grundlage des Modellprojekts „Gemeinsam älter werden – zuhause“ zusammenfassend skizziert. Den Beitrag finden Sie hier.

Am 4. April 2017 fand in Berlin die Bundeskonferenz „Kommunen in der alternden Gesellschaft“ statt, mit der Vorstellung des 7. Altenberichts der Bundesregierung. Harald Nier nahm für den Landkreis Germersheim an der Konferenz teil. Sein Bericht über die Konferenz wurde unter dem Titel „Die Altenhilfe ist dort angekommen, wo sie

hingehört: im Dorf, im Stadtteil“ im Mai 2017 in der Zeitschrift „Der Landkreis“ veröffentlicht. Den Beitrag finden Sie hier.