Regionale Pflegekonferenz

Was ist die Regionale Pflegekonferenz ?

Nach § 4 LPflegeASG haben kreisfreie Städte und Landkreise den gesetzlichen Auftrag zur Einrichtung einer Pflegekonferenz in ihrem Zuständigkeitsbereich. Die Regionale Pflegekonferenz im Landkreis Germersheim ist ein Fachgremium zur Klärung genereller Fragen und Herausforderungen, die sich aus der Umsetzung des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI) und des Landesgesetzes zur Sicherstellung und Weiterentwicklung der pflegerischen Angebotsstruktur (LPflegeASG) auf kommunaler Ebene ergeben. Im Mai 2006 fand im Landkreis Germersheim die erste Regionale Pflegekonferenz statt.

Die Regionale Pflegekonferenz hat am 14. Januar 2015 das Leitbild für die Konferenz beschlossen

Aufgabe der Regionalen Pflegekonferenz ist die 

  • Kooperation und Mitwirkung der Pflegestützpunkte, aller Einrichtungen und Träger im pflegerischen und pflegenahen Bereich bei der Planung, Sicherstellung und Weiterentwicklung der pflegerischen Angebotsstruktur,
  • Bildung kooperativer Netzwerke auf örtlicher Ebene,
  • Einbeziehung des bürgerschaftlichen Engagements.

Ziel der Regionalen Pflegekonferenz ist die 

  • Verbesserung der Zusammenarbeit aller Beteiligten, die Vernetzung vorhandener und die Entwicklung zukunftsfähiger Strukturen, um in gemeinsamer Verantwortung im Sinne der Lebensqualität hilfe- und pflegebedürftiger Bürgerinnen und Bürger und ihrer Angehörigen bestmögliche Unterstützungsleistungen anbieten zu können.

Regionale Pflegekonferenzen im Landkreis Germersheim

2015

  • Vorstellung und Beschlußfassung Leitbild

  • Arbeitsergebnis der AG „Pflege 5.0“

  • Bericht der Pflegestützpunkte zum Thema „Demenz in Beratungssituationen“

  • Berichte der Mitglieder zu aktuellen Projekten“

2014

  • Vorstellung und Bearbeitung des Leitbildentwurfs
  • Fachkräftesicherung im Bereich Gesundheit und Pflege (Herr Horder, Agentur f. Arbeit, Landau)
  • Aktuelles zum Modellprojekt „Gemeinsam älter werden – Zuhause“ und zur Entwicklung der Pflegestrukturen im Landkreis
  • Modellprojekt „Demenzkompetenz im Krankenhaus“ (Prof. Dr. Beyerlein-Buchner, Asklepios-Klinik, Germersheim)


2013

  • "Pflegefachkräfte für morgen! Was können wir heute tun?" (Moderation: Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V., Köln, dip)

  • Zukunftskonferenz zur Leitbildentwicklung „Wir für uns – Regionale Pflegekonferenz 2013 – 2030 – 2060 (Moderation Herr Weitz, Vision, Bonn)

2012

2011

2010

  • LWTG: Das neue Wohnformen- und Teilhabegesetz für Rheinland-Pfalz mit DRK-Landesberatungsstelle PflegeWohnen Mainz und Praxisbericht: (Pflege)Wohngemeinschaften in der Region; Vorstellung der COMPASS Pflegeberatung der Privatversicherten
  • Kurzinformation zur Pflegestrukturplanung; Podiums- und Plenumsdiskussion zum Thema "MDK" (Thema 1 "Einzelbegutachtung zur Festellung der Pflegebedürftigkeit"; Thema 2 "Einrichtungsbezogene Qualitätsprüfungen / Qualitätssicherungsverfahren"; Thema 3 "Beratung – ein Angebot des MDK Rheinland-Pfalz")

2009

  • MASGFF-Modellprojekt Pflegebroschüre: Kleingruppenarbeit zu "Titel" und "Titelbild"; Bericht aus der Kooperationsgemeinschaft Pflegestützpunkte; Vorstellung der Richtlinien des Landkreises für die Inanspruchnahme eines Fahrdienstes für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen
  • Kleingruppenarbeit Fokus "Gemeinsamer Rückblick und Ausblick; neue Angebote im Landkreis; Berichte: "Servicenetzwerk Altenpflegeausbildung", zusätzliche Betreuungskräfte in Seniorenheimen nach §87b SGB XI

2008

  • Ambulante Pflege/ teilstationäre Pflege und Hospiz; Vorstellung der vierten Beratungs- und Koordinierungsstelle
  • Stationäre Pflege im Wandel
  • Informationen zum MASGFF-Modellprojekt "Pflegestrukturplanung und Teilprojekt "Pflegebroschüre"; Empfehlungen der Regionalen Pflegekonferenz zur Entwicklung stationärer Pflegeplätze im Landkreis Germersheim (Beschluss); Bericht über Projekt "Servicenetzwerk Altenpflegeausbildung"

2007

  • Pflegestatistik 2005; Vorstellung der Beratungs- und Koordinierungsstellen (BEKOs); Kleingruppenarbeit zur Themensammlung für die Regionalen Pflegekonferenzen und Themenwahl für Sitzungen 2008

2006

  • Vorstellung PflegeASG; Gesundheitsberichterstattung, Teilbereich Pflege; Zusammensetzung der Regionalen Pflegekonferenz / Mitglieder; Informationen zur Einrichtung einer vierten Beratungs- und Koordinierungsstelle (BEKO) im Landkreis Germersheim; Bildung von Arbeitsgruppen (z.B. "Ehrenamt", "Alternative Wohnformen")

Hintergrund

Im Zuge der demografischen und sozial-kulturellen Veränderungsprozesse in unserer Gesellschaft gewinnen die Themen Älterwerden und auch Pflegebedürftigkeit zunehmend an Bedeutung. Jeder von uns kommt irgendwann mit dem Älterwerden in Berührung: in der eigenen Biografie, in Familie, Freundeskreis und Nachbarschaft. Aber: Alter bedeutet nicht gleich Krankheit oder Hilfe- und Pflegebedürftigkeit. Viele ältere Menschen bewältigen ihren Alltag eigenständig und selbstbestimmt mit einem hohen Maß an Kompetenz. Dennoch steigt vor allem im hohen Alter und den damit einhergehenden gesundheitlichen Veränderungen die Wahrscheinlichkeit, auf Hilfe, Unterstützung und Pflege angewiesen zu sein.

Die Mehrzahl der älteren Menschen lebt zu Hause, in den eigenen vier Wänden. Dies trifft auch für hilfe- und pflegebedürftige Menschen zu und es besteht gleichzeitig der Wunsch, solange wie möglich zu Hause zu leben und dort die notwendige Unterstützung in Anspruch nehmen zu können. Diese wird mehrheitlich - und meist unter großem persönlichen Einsatz - von Angehörigen oder nahestehenden Personen, alleine oder mit Unterstützung professioneller Dienste und Anbieter erbracht. Ohne diese Leistungen der Familie wäre der Vorrang der häuslichen Pflege, der im Pflegeversicherungsgesetz verortet ist, nicht aufrecht zu erhalten.

Um hilfs- und pflegebedürftigen Menschen den Verbleib in der eigenen Häuslichkeit zu ermöglichen ist ein bedarfsgerechtes, ortsnahes und differenziertes Angebot ambulanter, teilstationärer, stationärer - sowie ehrenamtlich geleisteter - Hilfen als Unterstützung für hilfe- und pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen unerläßlich. "Die pflegerische Versorgung der Bevölkerung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe" (§ 8 Abs. 1 SGB XI). Unter dem Stichwort "Pflegemix" wird ein enges Zusammenwirken von familiär-privaten, bürgerschaftlich-ehrenamtlichen und professionellen Unterstützungs- und Organisationsformen immer mehr an Bedeutung gewinnen.