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Man(n) tötet nicht aus Liebe

„Man(n) tötet nicht aus Liebe“
Abschlusswort zur Ausstellung zu Femiziden in Deutschland im Weißenburger Tor in Germersheim
Die Ausstellung „Man(n) tötet nicht aus Liebe“ hat vom 25. November 2025 bis 31. Januar 2026 gezeigt, wie groß das Bedürfnis ist, über Gewalt gegen Frauen zu sprechen – offen, informiert und gemeinsam. Die hohe Besucherzahl und die intensive Auseinandersetzung, insbesondere durch Schulen und Jugendeinrichtungen, machen deutlich: Das Thema bewegt und fordert zum Handeln auf.
Besonders eindrucksvoll sind die Beiträge der Schülerinnen und Schüler, die ihre Gedanken und Gefühle kreativ verarbeitet haben. Ihre Werke setzen klare Zeichen gegen Gewalt, für Respekt, Gleichberechtigung und Verantwortung. Sie zeigen, dass Prävention dort beginnt, wo junge Menschen ernst genommen werden und Raum für Reflexion erhalten.
Die Ausstellung ist mehr als eine Sammlung von Fakten. Sie macht sichtbar, dass Femizide keine Einzelfälle sind, sondern Ausdruck gesellschaftlicher Strukturen. Gleichzeitig weist sie Wege auf: durch Aufklärung, durch Gespräche und durch konkrete Hilfs- und Beratungsangebote.
Diese Bilder und Eindrücke sollen nicht nur erinnern, sondern sensibilisieren und ermutigen – hinzusehen, Stellung zu beziehen und Gewalt in jeder Form entschieden entgegenzutreten. Denn Gewalt ist niemals Liebe.
Lisa-Marie Trog
Gleichstellungsbeauftragte und Initiatorin der Ausstellung

Die Ausstellung zeigte sich in sieben Stationen, sieben Stadien...(bitte in der untenstehenden Aufzählung auf das jeweilige "Pluszeichen" (+) zum Öffnen klicken)
1. Was blieb – Erinnerung an ein Leben
Ein Foto, rote Schuhe, ein Buch, etwas Schminke –
Spuren eines gelebten Lebens. Diese Station erinnerte an eine Frau, stellvertretend für viele, die durch geschlechtsspezifische Gewalt ihr Leben verloren haben. Sie lud zum Innehalten ein und machte deutlich: Hinter jeder Zahl stand ein Mensch.
2. Tatort Zuhause - Wenn das Private tödlich wird
Der gefährlichste Ort für viele Frauen ist das eigene Zuhause. Femizide sind keine Einzelfälle, sondern Ausdruck von Macht, Kontrolle und tief verwurzelter Ungleichheit. In Deutschland wird durchschnittlich alle zwei Tage eine Frau von ihrem (Ex-)Partner getötet. Diese Station machte sichtbar, was oft verborgen bleibt – dort, wo Sicherheit sein sollte.
3. Chronik einer gesellschaftlichen Gewalt
Diese Station zeigte Fälle aus Deutschland 2025 – nüchtern dokumentiert, ohne reißerische Details. Hinter jedem Datum, jedem Ort, jedem kurzen Satz steht ein Leben, das gewaltsam beendet wurde. Die Darstellung rückte die Opfer in den Mittelpunkt, nicht die Täter oder die Tatmethoden. Sie erinnerte uns daran: Gewalt gegen Frauen ist kein abstraktes Phänomen, sondern Teil gesellschaftlicher Strukturen.
4. Gefangen im System
Die roten Schuhe, verfangen im Draht, stehen symbolisch für die Gewalt, die Frauen in Abhängigkeit, Kontrolle und Ungleichheit gefangen hält. Diese Station zeigte, dass Gewalt gegen Frauen kein individuelles Problem ist, sondern Ausdruck tiefer gesellschaftlicher Strukturen. Zitate von Frauen, die nicht mehr sprechen können, lassen erahnen, was sie bewegt hätte: die Angst, die Sorge um ihre Kinder, der Verlust von Freiheit und Selbstbestimmung.
5. Emotion sichtbar machen
Die Künstlerin Susanne Wadle machte die emotionalen Dimensionen von Gewalt gegen Frauen erfahrbar. Ihre Werke ersetzen oft Worte, wo Sprache versagt, und laden zum Nachdenken und Fühlen ein. Besucherinnen und Besucher konnten die Wirkung der Kunst individuell erleben und so einen persönlichen Zugang zu einem schwierigen Thema finden.
6. Hilfe und Schutz
Gewalt gegen Frauen ist niemals die Schuld der Betroffenen. Diese Station informiert über Hilfsangebote im Landkreis Germersheim: Frauenhäuser, Interventions- und Beratungsstellen unterstützen vertraulich und kompetent. Besucherinnen und Besucher konnten außerdem in der Bücherecke Literatur zu Gewalt gegen Frauen und Femiziden entdecken. Achten Sie auf Anzeichen von Gewalt und ermutigen Sie Betroffene, Hilfe zu suchen – gemeinsam können wir Schutz und Unterstützung bieten.
7. Mitmachen, reflektieren und Verantwortung übernehmen
Gäste nutzten das Gästebuch, um Ihre Gedanken und Reaktionen einzutragen – so wurde die oft erlebte Sprachlosigkeit sichtbar. Bei der Postkartenaktion können Sie Botschaften der Solidarität weitergeben und ein Zeichen setzen – für Betroffene und für eine Gesellschaft, die hinsieht.
Femizide sind keine Einzelfälle – sie betreffen uns alle. Jede und jeder kann aufmerksam sein, hinschauen und Betroffene unterstützen. Sprechen Sie über Gewalt, sensibilisieren Sie andere und bieten Sie Hilfe an. Nur gemeinsam können wir Strukturen verändern, Frauen schützen und deutlich machen: Gewalt gegen Frauen ist inakzeptabel. An der Infowand finden Besucherinnen und Besucher weitere Zahlen, Fakten und Hintergründe zu Femiziden in Deutschland.
Bilder zur Ausstellung