Kreisverwaltung Germersheim

Kompostwerk Westheim erzeugt künftig umweltfreundliche Energie Kreistag fasst zukunftsweisenden Beschluss

„Im Kompostwerk Westheim soll künftig Bioabfall nicht mehr nur noch kompostiert, sondern auch Biogas erzeugt werden. Diese umweltfreundlich erzeugte Energie entspricht dann in etwa der Energieerzeugung von sechs bis sieben Windrädern und ist ein bedeutsamer Beitrag des Landkreises zum Klimaschutz“, sagt Landrat Dr. Fritz Brechtel. Der Kreistag hat hierzu einen zukunftsweisenden Beschluss gefasst.

Die knapp 20 Jahre alte Kompostierungsanlage in Westheim soll erneuert und um eine moderne Vergärungsanlage für kommunale Bioabfälle erweitert werden. Das sehen die Pläne des Entsorgungsunternehmens SUEZ und des Kreises vor.

Der Kreistag hat nun in seiner Sitzung vom 26. September 2017 der von der Firma SUEZ Süd GmbH zum Bau einer Biovergärungsanlage beantragten Änderung des Erbbaurechtsvertrages zugestimmt. Nun ist der Weg geebnet und die Firma SUEZ Süd GmbH kann den nächsten Schritt unternehmen. SUEZ muss nun zur Realisierung des Vorhabens einen Antrag auf Genehmigung der geplanten Anlage nach den Vorgaben des Bundesimmissionsschutzgesetzes stellen. Genehmigungsbehörde ist die Struktur- und Genehmigungsbehörde Süd.

Die Anlage soll 2019 in Betrieb gehen und insgesamt ca. 58.000 Jahrestonnen Bio- und Heckenabfälle verarbeiten. Eingespeist würde das Gas direkt in das vorhandene Erdgasnetz, Kompost und Flüssigdünger nähmen weiterhin landwirtschaftliche Betriebe ab. „Wie schon bisher, müssen die Menschen rund um das Kompostwerk in Westheim und Bellheim nicht mit einer störenden Lärm- oder Geruchsbelästigung rechnen, da die Anlage komplett eingehaust ist“, so Brechtel.

Das Kompostwerk in Westheim ist bisher für eine maximale Kapazität von 28.000 t ausgelegt. Die Technik allerdings ist in die Jahre gekommen und sehr störanfällig, was vermehrt zu Stillständen führt.

Die geplante Biovergärungsanlage soll mit 58.000 Jahrestonnen etwa doppelt so viel verarbeiten, wie die aktuelle Anlage mit 28 000 t. Aus dem Landkreis Germersheim kommen 12.000 t Bio- und 10.000 t Heckenabfälle (22.000 t = 38 %), aus der Stadt Karlsruhe 8.000 t (14 %) und aus dem Landkreis Ludwigsburg 28.000 t (48 %) pro Jahr. Zukünftig soll der Anteil aus dem Landkreis Ludwigsburg verringert und durch regionale Biomüllmengen aufgefüllt werden.

„Dass bei der Anlieferung der Bioabfälle aus den anderen Gebietskörperschaften die Einwohnerinnen und Einwohner der angrenzenden Orte nicht zusätzlich belastet werden, ist die An- und Anfahrt ausschließlich über die B9, die L539 und die L538 von Bellheim nach Westheim vorgesehen, der Ortskern Westheim wird nicht durchfahren“, so Brechtel: „Die Verkehrsbelastung ist weiterhin nicht gravierend. Sie wird sich von heute 30 auf künftig 46 Lkw pro Tag erhöhen.“ SUEZ plant zudem über Rückfrachten die Transportbelastung um ca. 20 % zu verringern und die Spitzenbelastung der Fahrzeugbewegungen bei Ausbringung der Gärreste zu minimieren, indem bei regionalen Landwirten Silos aufgestellt und diese ganzjährig befüllt werden.

Die Kompostierungsanlage errichten und betreiben soll die BVB Biogutvergärung Bietigheim GmbH.

Im Vorfeld hatten alle Interessierten die Möglichkeit sich über das Vorhaben zu informieren. Die Kreisverwaltung Germersheim hatte zwei Informationsfahrten für Ausschuss- und Gemeinderatsmitglieder sowie für Bürgerinnen und Bürger zu einer vergleichbaren Biovergärungsanlage nach Backnang-Neuschöntal veranstaltet. Außerdem gab es zwei Informationsabende in Bellheim und Westheim, bei denen interessierte Bürgerinnen und Bürger ihre Fragen stellen konnten.