BMFSFJ-Modellprojekt: "Gemeinsam älter werden - Zuhause"

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1. Modellprojekt

2. Bildergalerie

3. Pressemeldungen


1. Modellprojekt

Gemeinsam älter werden – Zuhause: Heute, morgen und in Zukunft

Im Modellprojekt des Landkreises Germersheim, das im Rahmen des Bundesprogramms „Nachbarschaftshilfe und soziale Dienstleistungen“ von 2012 bis 2014 gefördert wurde, geht es um die Schaffung nachhaltiger, selbst organisierter Strukturen auf Ortsgemeinde-Ebene, um im Alter im gewohnten Wohnumfeld leben zu können.

Eine zentrale Rolle nehmen dabei die ehrenamtlich aktiven Seniorenbeauftragten ein. Ihre Aufgabe besteht darin, als Mittler zwischen den Bürgerinnen und Bürgern einer Gemeinde und der Verwaltung, sowie der Politik, zu fungieren. Sie sollen die örtlichen Bedarfe ermitteln, die Anliegen der älteren Bevölkerung weitertragen und umgekehrt Knotenpunkt sein, um bei Hilfebedarf an Fachberatungen weiterzuleiten. Gemeinsam mit weiteren lokalen Akteuren sollen sie nach Möglichkeit auch Strukturen der Selbstorganisation und Selbsthilfe aufbauen.

An 18 Standorten im Landkreis Germersheim haben Gemeinden im Projektzeitraum eine Seniorenbeauftragte, einen Seniorenbeauftragten oder ein Team berufen. Diese Seniorenbeauftragten werden in ihrer Arbeit fachlich begleitet, beraten und miteinander vernetzt.

Aus der Arbeit der Ehrenamtlichen vor Ort in den Gemeinden und im gemeinsamen Netzwerk der Seniorenbeauftragten sind zahlreiche Angebote, Initiativen und konkrete Projekte für das „gemeinsame Älterwerden Zuhause“ entstanden.

Das Modellprojekt setzte bei zwei Handlungsebenen an: Auf der Ebene der Modell-Verbandsgemeinde Hagenbach wurde intensive Vorarbeit geleistet. Der Handlungsrahmen der Seniorenbeauftragten wurde hier prototypisch entwickelt und begleitet. Auf Kreisebene wurden alle Seniorenbeauftragten – aus der Modellgemeinde und aus weiteren mitwirkenden Gemeinden - zum Erfahrungsaustausch miteinander vernetzt und das Kreisnetzwerk erhielt fachliche Impulse.


Die vier Projektziele lauteten:

1.      Bestandsaufnahme in der Modell-Verbandsgemeinde Hagenbach

2.      Suche und Berufung ehrenamtlicher Seniorenbeauftragter

3.      Installation eines Netzwerks der Seniorenbeauftragten mit entsprechendem Berichtswesen

4.      „Alle gewinnen!“

 

In der Startphase bis Ende 2012 konzentrierte sich das Projekt auf die Modell-Verbandsgemeinde Hagenbach. In den vier Ortsgemeinden der Modell-Verbandsgemeinde wurde mittels Leitfadengesprächen und Bürgerforen eine Bestandsaufnahme durchgeführt.

Ziel war es zu erarbeiten, was die Bürgerinnen und Bürger brauchen um in ihren Gemeinden gemeinsam und zu Hause alt werden zu können.Auch sollten die notwendigen Handlungsfelder identifiziert werden.

Die Berufung von ehrenamtlichen Seniorenbeauftragten durch die jeweiligen Gemeinderäte wurde bis Anfang 2013 umgesetzt. Damit konnte das Netzwerk auf der Ebene der Modell-Verbandsgemeinde und auf Kreisebene aufgebaut werden. Dabei wurde der Austausch der Ehrenamtlichen organisiert und moderiert. In der gemeinsamen Arbeit wurden Rahmenbedingungen und Qualitätsstandards dieser Tätigkeit erörtert, beispielsweise das Aufgabenprofil eines/einer Seniorenbeauftragten, die Erreichbarkeit und das Vorgehen im Ort, die Öffentlichkeitsarbeit, die notwendige Ausstattung und Einbindung in der Kommune. Zum Berichtswesen wurden Empfehlungen erarbeitet. 

Sehr rege war der Erfahrungs- und Ideenaustausch im Netzwerk. Die Seniorenbeauftragten haben ihre Aufgabe durchweg sehr engagiert ausgefüllt und in kurzer Zeit eine Vielzahl von Angeboten und gemeinschaftlichen Aktivitäten in ihren jeweiligen Kommunen ins Leben gerufen. Zusätzliche inhaltliche Impulse konnte die Projektleitung setzen mit Fachtagungen und Exkursionen.

Zahlreiche beispielhafte Initiativen und Folgeprojekte wurden im Landkreis Germersheim aus dem Modellprojekt heraus oder im Zusammenhang mit diesem angestoßen und umgesetzt: Die Gründung von Bürgervereinen, Nachbarschaftshilfe in unterschiedlichen Ausprägungen, Bürgerfahrdienste oder Bürgerbus, Hilfsmittelbörse, Telefonring, regelmäßige offene Treffs für verschiedene Generationen, sowie innovative Wohnprojekte.

Schon geraume Zeit vor dem Ende des Modellprojekts wurde somit deutlich, dass das Ziel „Alle gewinnen!“ in seiner doppelten Bedeutung erreicht wurde.


Vertiefende Informationen finden Sie im Abschlussbericht und Praxishandbuch zum Modellprojekt: (Bild anklicken um das PDF-Dokument aufzurufen)

Ergebnisbericht zur Bestandsaufnahme - 23.01.2013 / Hagenbach

Wie geht es nach dem Modellprojekt weiter?

Der Landkreis Germersheim wird das Netzwerk der ehrenamtlichen Seniorenbeauftragten weiterhin koordinieren und fachlich begleiten. Die Geschäftsstelle der Regionalen Pflegekonferenz bildet für das auf Dauer angelegte Programm „Gemeinsam älter werden – Zuhause“ den Knotenpunkt in der Kreisverwaltung. Zusätzlich wird eine externe Moderation fürs Netzwerk beauftragt. 

2. Bildergalerie

3. Pressemeldungen

Der Start-Workshop zum Modellprojekt: "Gemeinsam älter werden - Zuhause: Heute, morgen und in Zukunft" Mitte August im Hagenbacher Kulturzentrum stand unter dem Motto „Was brauchen wir, damit die Bürger/innen in unserer Gemeinde gemeinsam und zu Hause alt werden können? und "Wer kennt die Lebenssituation der Älteren in der Gemeinde und sollte im weiteren Prozess beteiligt werden?" Rund 100 Gäste und Interessierte waren gekommen.

Schwerpunktmäßig engagieren sich im Projekt der Landkreis Germersheim gemeinsam mit der Modell-Verbandsgemeinde Hagenbach und weitere interessierte Gemeinden im Kreis. Bei der Veranstaltung im August waren auch Landrat Dr. Fritz Brechtel, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hagenbach, Reinhard Scherrer, sowie Vertreterinnen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros anwesend.

Brechtel und Scherrer motivierten dazu, den „demografischen Wandel als Chance zur Gestaltung zu begreifen und die bevorstehenden Veränderungen gemeinsam und mit Mut, Ideen und Visionen anzugehen.“ Diese Aufgabe solle gemeinsam, d. h. Kreisverwaltung, Verbandsgemeinde und Ortsgemeinden, und in der vertrauten Umgebung umgesetzt werden. Alle Akteure und diejenigen, die sich jetzt schon in und für ihre Gemeinde engagieren oder künftig engagieren wollen, müssten ebenso beteiligt werden wie jene, die Unterstützung brauchen.

Im interaktiven Workshop-Teil waren die Modellgemeinden Stadt Hagenbach, Berg, Neuburg und Scheibenhardt wie auch die Bereiche Germersheim-Lingenfeld, Bellheim-Rülzheim, Kandel-Jockgrim und Wörth mit je einem Thementisch vertreten – eine vom Planungsbüro Transfer, Wittlich, gewählte sozialräumliche Aufteilung analog zu den Beratungsbereichen der Pflegestützpunkte. „Das Engagement, mit dem Ideen für die eigene Gemeinde entwickelt wurden, war beeindruckend“, so Projektleiterin Annette Fahlbusch von der Kreisverwaltung und Projektkoordinatorin Constanze Scheid von der VG Hagenbach.

Die Bestandsaufnahme ist eines der Ziele des Modellprojekts und wird in der Modellverbandsgemeinde Hagenbach bis Anfang 2013 fortgesetzt. Höhepunkt sind die Bürgerforen 60+, die im November 2012 in den Ortsgemeinden stattfinden. Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme sollen anschließend den Gemeinden, den Seniorenbeauftragten sowie dem Netzwerk Seniorenbeauftragte Information und Hinweise zur Umsetzung der Ideen bringen.

Bereits im Mai trafen sich politisch-administrative Entscheidungsträger/innen zum Thema „Suche und Berufung einer/s ehrenamtlichen Seniorenbeauftragten“ statt – ein zentrales Ziel des Modellprojekts. Damit verbunden ist die fachliche Begleitung der Seniorenbeauftragten und der berufenden Gemeinden im Netzwerk Seniorenbeauftragte, um einen optimalen Start und Einbindung der Seniorenbeauftragten zu gewährleisten.

Weitere Informationen gibt es bei Annette Fahlbusch, Kreisverwaltung Germersheim, Fachbereich 23 Soziale Hilfen, Telefon 07274/53-279 oder Constanze Scheid, Verbandsgemeindeverwaltung Hagenbach, Telefon 07273/9410-18.

Für das Projekt im Kreis Germersheim hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BAS) bis Ende 2014 eine Förderung in Höhe von 60.000 Euro bewilligt. Von rund 500 Bewerbern erhielten bundesweit rund 45 eine Förderzusage, davon fünf Projekte aus Rheinland-Pfalz und unter anderem der Landkreis Germersheim.

Bürgerforen 60+ in den Ortsgemeinden der Modellverbandsgemeinde Hagenbach

Die Bürgerforen Generation 60+ finden an folgenden Terminen jeweils um 17 Uhr statt:

Berg: 6. November, Stadt Hagenbach: 7. November, Neuburg: 8. November, Scheibenhardt: 13. November. Nähere Informationen dazu folgen zeitnah.

„Das Thema Älterwerden stößt auf großes Interesse und zeigt uns, dass das Modellprojekt „Gemeinsam älter werden - Zuhause: Heute, morgen und in Zukunft“ in der Verbandsgemeinde Hagenbach und im Kreis Germersheim gut angesiedelt ist“, betonen Landrat Dr. Fritz Brechtel, Verbandsbürgermeister Reinhard Scherrer sowie die Bürgermeister Günther Roitsch (Berg), Franz Xaver Scherrer (Hagenbach), Thorsten Pfirmann (Neuburg) und Edwin Diesel (Scheibenhardt). 

Seit Sommer dieses Jahres fanden schon etliche Veranstaltung auch mit Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger im Rahmen des Modellprojekts statt. Bürgerforen waren ein Teil der Bestandsaufnahme in der Modellverbandsgemeinde Hagenbach, die mit einem Start-Workshop im August und Gruppengesprächen in den Ortsgemeinden begonnen hatte. Diese Bestandsaufnahme wird noch bis Anfang 2013 fortgesetzt.

Landrat und Bürgermeister sind erfreut über die vorbildliche Organisation, die weit über den Erwartungen liegende Resonanz und dem hohen Engagement, mit dem die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit zum Austausch in den Foren in und für ihre Gemeinde wahrgenommen haben. „Dies ist insbesondere deshalb so erfreulich, weil zum einen die vielen guten Ansätze in den Gemeinden ermittelt und wertgeschätzt werden können – eine Voraussetzung für die bedarfsgerechte Weiterentwicklung in Zukunft. Zum anderen“, unterstreichen Landrat Dr. Brechtel und Verbandsbürgermeister Scherrer, „weil das gemeinsame und abgestimmte Vorgehen von Kreis, Verbandsgemeinde und Ortsgemeinden in Kooperation mit dem Planungsbüro ein Erfolgsmodell ist, mit dem Ressourcen gebündelt und für alle, besonders die Bürger/innen vor Ort, nutzbar gemacht werden können."

Zu den Bürgerforen hatten die Bürgermeister gemeinsam mit der Verbandsgemeinde Hagenbach und der Kreisverwaltung Germersheim alle Bürgerinnen und Bürger ab sechzig Jahren sowie weitere Interessierte eingeladen.  

In den Foren wurde jeweils an Arbeitstischen zu verschiedenen Themen diskutiert.

In Berg standen die Themen pflegende Angehörige, Barrierefreiheit, Wohnen, Mobilität und Nachbarschaftshilfe im Mittelpunkt. Zunächst wurde ermittelt, was es in Berg bereits gibt und was noch fehlt. Im zweiten Schritt formulierten die Teilnehmer Ziele und Maßnahmen für die Gemeinde. Ein gemeinsames Ergebnis war die Gründung eines Bürgervereins. Angesprochen wurden darüber hinaus die Einrichtung einer Hilfebörse zur Vermittlung von nachbarschaftlicher Unterstützung, Informationsveranstaltungen zum senioren-/generationenrelevanten Themen wie barrierefreies Bauen und Wohnen sowie ein Stammtisches für pflegende Angehörige. 

In Hagenbach wurden die Themen Wertschätzung, Alter zum Thema machen, Versorgung, Nachbarschaftshilfe und pflegende Angehörige diskutiert. Ein Ergebnis war hier, dass eine feste Ansprechperson vor Ort fehlt, die Fragen älter Menschen beantwortet, berät und Hilfen koordiniert. Im Gespräch waren außerdem die Einrichtung einer Ehrenamtsbörse, eines Senioren- oder Mehrgenerationentreffs, die Idee von „Ersatz-Omas und -Opas“ sowie die Idee eines Bürgervereins. Grundsätzlich wünschen sich die Seniorinnen und Senioren der Stadt Hagenbach, dass viele gute Ansatzpunkte, die es bereits gibt, Bestand haben und in die weiteren Überlegungen einbezogen werden. Wichtig ist ihnen auch, dass die Einrichtungen, die bisher im Zentrum vorhanden sind, erhalten bleiben. Dazu gehören u. a. fußläufig erreichbare Einkaufsmöglichkeiten und Angebote der medizinischen und pflegerischen Versorgung. 

In Neuburg standen die Themen Nachbarschaftshilfe, pflegende Angehörige, Generationen zusammenbringen und alltägliche Versorgung im Mittelpunkt. Ein Ergebnis ist, dass bereits durch die Arbeit des Bürgervereins, der Kirche und Gemeinde ein breites Angebot an Aktivitäten und Hilfen für Seniorinnen und Senioren besteht. Hier müssten lediglich bestimmte Angebote spezifiziert beziehungsweise erweitert werden. Im Gespräch waren eine Tagesbetreuung/-pflege vor Ort, ein Senioren-Mittagstisches, ein Tanzkurs für jung und alt sowie EDV- und Internet-Schulungen in der Gemeinde. Wichtige Anliegen der Bürgerinnen und Bürger waren außerdem die Nachfolge der ortsansässigen Arztpraxis zu sichern und die Ortsrufanlage wieder in Stand zu setzen. Im Hinblick auf die alltägliche Versorgung mit Lebensmitteln ließ Bürgermeister Thorsten Pfirmann verlauten, dass es ab 2013 wieder einen kleinen Supermarkt in Neuburg geben wird. 

In der Ortsgemeinde Scheibenhardt wurden die Themen Barrierefreiheit, Nachbarschaftshilfe und ‚Gemeinsam jung bleiben‘ diskutiert. Es wurde festgestellt, dass eine feste Ansprechperson vor Ort fehlt, die Fragen älter Menschen beantwortet, berät und Hilfen koordiniert. Bereits Mitte 2013 möchte die Gemeinde ein Seniorenforum veranstalten. Neben Informationen zum Thema Altwerden soll es die Möglichkeit geben, weitere Entwicklungen für ein gemeinsames Dorfleben zu beschließen. Im Gespräch waren außerdem die Einrichtung einer ehrenamtlichen Hilfebörse und die Realisierung eines barrierefreien Zugangs zum unteren Bereich des Bürgerhauses. 

„Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme und der Bürgerforen, sollen einen Überblick geben, was in den Gemeinden vorhanden ist, was bereits heute hilft und was fehlt bzw. verbessert werden könnte. Diese Informationen sind wichtig für die weiteren Planungen der Gemeinde“, so Landrat Brechtel und die Bürgermeister von Stadt und Verbandsgemeinde Hagenbach. Ebenso stehen diese Informationen der/dem ehrenamtlichen Seniorenbeauftragten und dem fachlich begleitete Netzwerk Seniorenbeauftragte zur Verfügung. Denn, als nächster Schritt ist geplant, in allen Gemeinden eine/n ehrenamtlichen Seniorenbeauftragten zu berufen, was insbesondere auch dem Wunsch der Teilnehmer/innen der Bürgerforen entspricht. Sie haben sich in allen Gemeinden eine/n Ansprechpartner/in vor Ort gewünscht. 

In einem solchen Prozess wächst auch Vertrauen vor Ort, eine zentrale Basis für „gemeinsam älter werden – Zuhause“. Ehrenamtliche Seniorenbeauftragte sind dabei unverzichtbare Ansprechpartner, Koordinatoren und Multiplikatoren, wie die erfolgreichen Beispiele aus der Stadt Wörth, der Verbandsgemeinde und Stadt Kandel in unserem Landkreis sowie ähnliche Projekte in anderen Regionen, z. B. dem Rhein-Hunsrück-Kreis, zeigen. 

Weitere Informationen zum Projekt kreisweit gibt es bei der Kreisverwaltung Germersheim, Annette Fahlbusch, Tel. 07274/53-279, und für die Verbandsgemeinde Hagenbach bei Constanze Scheid, Tel. 07273/941018. 

Das Modellprojekt wird gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros e.V. (BAS).

Die Beteiligung der Bürgerschaft war grundlegendes Element der Bestandsaufnahme in der Modellverbandsgemeinde Hagenbach im Projekt „Gemeinsam älter werden – Zuhause: Heute, morgen und in Zukunft“. Insgesamt waren mehr als 450 Bürger und Bürgerinnen im Start-Workshop, den Leitfadengesprächen und in den Bürgerforen beteiligt. Am 23.01.2013 fand im Kulturzentrum Hagenbach die Abschlusspräsentation der Ergebnisse durch das Planungsbüro transfer, Wittlich, und die Übergabe an die Gemeinden bzw. die Koordinatorin des Netzwerks Seniorenbeauftragte statt. 

„Wir sind erfreut über die vorbildliche Organisation, die weit über den Erwartungen liegende Resonanz und das hohe Engagement, mit dem alle Interessierten und Beteiligten die Möglichkeit zum Austausch in und für Ihre Gemeinde wahrgenommen haben“, so Landrat Dr. Brechtel, Verbandsbürgermeister Scherrer und die Ortsbürgermeister, „Dies ist insbesondere deshalb so erfreulich, weil damit zum einen die vielen guten Ansätze in den Gemeinden ermittelt und wertgeschätzt werden können, zum anderen, weil das gemeinsame und abgestimmte Vorgehen von Kreis, Verbandsgemeinde und Ortsgemeinden in Kooperation mit dem Planungsbüro ein Erfolgsmodell ist, mit dem Ressourcen gebündelt und für alle nutzbar gemacht werden können. In einem Prozess wie der Bestandsaufnahme wächst Vertrauen vor Ort, eine zentrale Basis für "gemeinsam älter werden – Zuhause". Ehrenamtliche Seniorenbeauftragte sind dabei unverzichtbare Ansprechpartner/innen, Koordinator/innen und Multiplikatoren.“ 

Die Ergebnisse geben einen Überblick darüber, was in den Gemeinden vorhanden ist, was bereits heute hilft und was fehlt bzw. verbessert werden kann. Diese Informationen sind wichtig für die weiteren Planungen der Gemeinde. Ebenso stehen sie der/dem ehrenamtlichen Seniorenbeauftragten und dem fachlich begleiteten Netzwerk Seniorenbeauftragte zur Verfügung, das in den kommenden Wochen unter der Moderation der Netzwerkkoordinatorin Jutta Wegmann seine Arbeit aufnehmen wird. 

In allen Gemeinden bereichert eine Vielzahl von Vereinen das kulturelle, soziale und sportliche Gemeinschaftsleben. Noch unterstützen und helfen sich Familien und Nachbarschaften gegenseitig. Für die Zukunft der Gemeinden muss jedoch das Miteinander stärker gestaltet werden. Von zentraler Bedeutung sind dabei "Kontaktpersonen oder Anlaufstellen". Dies wird in Berg, Hagenbach und Scheibenhardt formuliert. Hier existieren noch keine formal-organisatorischen Strukturen nachbarschaftlicher Hilfen. Die Gemeinde Berg hat sich daher als Ziel gesetzt, einen Bürgerverein zu gründen und in Scheibenhardt wird 2013 ein Bürgerforum stattfinden. In Neuburg bietet der Bürgerverein bereits entsprechend organisierte Hilfen an. Demzufolge steht hier vor allem die Verbesserung der Kommunikation zwischen Verein(en) und Bürgerschaft im Vordergrund. Außerdem ist die Erweiterung zukünftiger Leistungen im Bereich Wohnen, der Tagesbetreuung älter Menschen und Mobilität ein wichtiges Ziel.

Die Sicherstellung der alltäglichen Versorgung ist den Bürger/innen der Stadt Hagenbach und der Gemeinde Neuburg wichtig. Aufgrund der städtischen Entwicklung wünschen sich die Teilnehmenden aus Hagenbach eine Belebung der Innenstadt. In Neuburg war zum Zeitpunkt des Bürgerforums der Erhalt der ortsansässigen Arztpraxis und die für 2013 anstehende Eröffnung eines Lebensmittelladens besonderes Anliegen der Gemeinde.

In allen Gemeinden wurden vielfältige Ziele, Maßnahmen und Themen im Prozess erarbeitet. Die Bürger und Bürgerinnen der Modellgemeinden haben sich auf den Weg gemacht und sich des Themas „Gemeinsam älter werden – Zuhause: Heute, morgen und in Zukunft“ angenommen. In jeder Gemeinde finden sich Bürgerinnen und Bürger, die bereit sind, im Team oder selbst als Seniorenbeauftragter im Projekt mitzuwirken.

„Neues Denken ist zur Bewältigung der Herausforderungen der alternden Gesellschaft nötig. In Zukunft reicht es nicht mehr aus, auf professionelle Pflege und Betreuung zu setzen, um die steigende Zahl älterer Menschen im Landkreis Germersheim zu versorgen bzw. ihnen zu helfen. Mehr denn je ist solidarische Unterstützung gefragt. Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, Hilfen vor Ort selbst in die Hand zu nehmen“, sagte Landrat Dr. Fritz Brechtel beim ersten Treffen der Seniorenbeauftragten aus dem Landkreis Germersheim im Rahmen des Modellprojekts „Gemeinsam älter werden – zu Hause: Heute, morgen und in Zukunft“. 

In den Orts- und Verbandsgemeinden wurden ehrenamtliche Seniorenbeauftragte benannt, die sich am 29. April zu der Auftaktveranstaltung in Hagenbach trafen. Insgesamt nahmen 23 von kreisweit 28 Seniorenbeauftragten teil. Ihr Thema lautete „Wie können wir in den Gemeinden konkret dazu beitragen, dass Senioren künftig in ihrer Gemeinde gut leben und bleiben können?“ Auf dem Programm standen zudem der Austausch untereinander und das Aufgabenprofil der Seniorenbeauftragten. „Sie sollen als Mittler zwischen den Einwohnern und der Verwaltung bzw. der Politik Bedarfe der älteren Generation aufnehmen, erkennen und weitertragen“, erklärte Harald Nier von der Geschäftsstelle Regionale Pflegekonferenz bei der Kreisverwaltung Germersheim.

Wichtige Partner sind die vier Pflegestützpunkte im Landkreis, deren Arbeit Christel Schwind und Elsbeth Tremmel-Kempf (PSP Wörth) vorstellten. Die Teilnehmer waren dankbar für Kooperation mit diesen Informations- und Beratungsstellen und Landrat Dr. Brechtel bestätigte die Qualität dieser Hilfen für Betroffene – auch aus persönlichen Erfahrungen. 

Dieses Netzwerk der Seniorenbeauftragten ist zentraler Bestandteil des seit 2012 im Landkreis Germersheim gestarteten Bundesmodellprogramms. Die ersten beiden Ziele dieses Seniorenprojektes seien bereits erreicht, so Nier: „Die Bestandsaufnahme der notwendigen Hilfen für Ältere in der Modellgemeinde Hagenbach und die Gewinnung der Seniorenbeauftragten im gesamten Landkreis. Im laufenden und im kommenden Jahr geht es darum ein Netzwerk zu bilden und danach die Ergebnisse für alle Kommunen im Kreis nutzbar zu machen.“ Jutta Wegmann, Netzwerkskoordinatorin, moderierte das erste Treffen der Beauftragten. 

Das Bundesministerium für Familien und Senioren stellt dafür 60.000 Euro für die Jahre 2012 bis 14 zur Verfügung. Die Seniorenbeauftragten setzen sich in den Gemeinden dafür ein, dass das Thema „Hilfe für Ältere“ konkret angepackt wird. Sie wollen offen und ansprechbar sein und in den Gemeinden bekannt werden. Landrat Dr. Brechtel freute sich über das Engagement der Seniorenbeauftragten: „Sie haben entscheidenden Anteil an einer gelingenden Kombination von Bürgerhilfe und Einsatz von Profis. Vielen Dank für ihre Beiträge.“

„Im Landkreis Germersheim soll organisierte Nachbarschaftshilfe ein nächster wichtiger Baustein in der pflegerischen Versorgung im häuslichen Umfeld werden“, berichtet Landrat Dr. Fritz Brechtel, „Ziel ist es, gemeinsam mit den ambulanten Pflegediensten möglichst im gesamten Landkreis organisierten Nachbarschaftshilfen zu etablieren.“ 

In der Stadt Wörth gibt es bereits eine Initiative des Seniorenbeirats zum Aufbau einer organisierten Nachbarschaftshilfe. „Die Kreisverwaltung möchte die Entwicklung solcher Hilfen für ältere Menschen im Vorfeld und Umfeld pflegerischer Versorgung im häuslichen Bereich unterstützen“, ergänzt Sozialdezernent Dietmar Seefeldt. 

Laut Harald Nier, in der Kreisverwaltung Germersheim zuständig für Seniorenthemen, ist das Thema Nachbarschaftshilfen gegen Aufwandsentschädigung wesentlicher Bestandteil von verlässlich planbaren und einsetzbaren Hilfsdiensten für die ältere Generation: „Wie im Bericht zur Pflegestrukturplanung des Landkreises Germersheim vorgesehen, sollen diese niedrigschwelligen und komplementären Betreuungs- und Hilfeangebote für Seniorinnen und Senioren ausgeweitet werden.“ 

In der Regel werden Einrichtungen dieser Art von ambulanten Pflegediensten selbst oder in enger Zusammenarbeit mit diesen Diensten entwickelt und betrieben. Bei der Trägerschaft durch einen entsprechend anerkannten ambulanten Pflegedienst ist auch eine finanzielle Förderung nach dem Landesgesetz zur Sicherstellung und Weiterentwicklung der pflegerischen Angebotsstruktur (LPflegeASG) möglich. 

Landrat Brechtel betont: „Damit alte oder behinderte Menschen möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebung bleiben können, braucht man nicht nur professionelle Pflegedienste, sondern vor allem ehrenamtlich tätige Bürger/Innen. Bei uns gibt es glücklicherweise noch vielerorts solche engagierte Personen.“ 

Doch nicht jeder alte Mensch möchte sich unentgeltlich helfen lassen und auch nicht jeder Helfende ist in der Lage auf jeglichen finanziellen Ausgleich seines Einsatzes zu verzichten. Deshalb gibt es im benachbarten Bundesland Baden-Württemberg bereits seit vielen Jahren die sog. Organisierte Nachbarschaftshilfe, die sich dadurch auszeichnet, dass der Empfänger der Hilfe einen kleinen Kostenersatz bezahlt und der Helfer seinerseits eine Kostenerstattung erhält. Vom Differenzbetrag bestreitet die organisierende Stelle, z. B. der ambulante Pflegedienst, die Ausgaben für Schulung und Versicherung der Helfenden sowie die Verwaltung. 

„Bei den Netzwerkstreffen der Seniorenbeauftragten der Verbands- und Ortsgemeinden wird die Kreisverwaltung das Thema aufgreifen und behandeln, da auch von dieser Seite mehrfach Interesse daran signalisiert wurde“, so Brechtel und Seefeld.

Die Gemeinde der Zukunft stellt sich aktiv auf den demografischen Wandel ein, sie erkennt die Chancen und Ressourcen, die sich aus dem Wandel entwickeln können. Darum geht es in der Fachtagung „Gemeinde der Zukunft – Chancen des demografischen Wandels“ am Montag, 4. November, 14 bis 17 Uhr, Germersheim, Paradeplatz 8, Aula der Berufsbildenden Schule, Eingang: Ritter-von-Schmauß-Straße. Teilnehmen können alle Interessierte. 

Einen Impulsvortrag hält Prof. Dr. Gerhard Henkel, Humangeograf und renommierter Dorfexperte in Deutschland. Über Erfahrungen im Modellprojekt „Gemeinsam älter werden – Zuhause“ referiert die Projektkoordinatorin Jutta Wegmann. In den anschließenden Werkstatt-Gesprächen können sich Vertreter kommunaler Selbstverwaltung, ehrenamtlich Aktive und Planende sowie alle interessierten Teilnehmer aktiv austauschen zu Themen wie „Was wir als Bürgerinnen und Bürger einbringen können, damit ein gutes Leben für alle Generationen im Dorf / im Stadtteil möglich ist“, „Versorgungsstrukturen im Dorf, in der Kleinstadt für Menschen, die in ihrer Mobilität oder Gesundheit eingeschränkt sind“, „Was die Gemeinde tun kann auf dem Weg in ein barrierefreies Miteinander“, „Die Pflege der Zukunft - was können wir uns für uns selbst gut vorstellen, was wünschen wir uns?“ 

Interessierte melden sich bitte bis zum 28. Oktober bei Jutta Wegmann, Tel. 07275/913032, E-Mail:  an.

Die Gemeinde der Zukunft stellt sich aktiv auf den demografischen Wandel ein, sie erkennt die Chancen und Ressourcen, die sich aus dem Wandel entwickeln können. Darum geht es in der Tagung „Gemeinde der Zukunft – Chancen des demografischen Wandels“ am Montag, 4. November, 14 bis 17 Uhr, Germersheim, Paradeplatz 8, Aula der Berufsbildenden Schule, Eingang: Ritter-von-Schmauß-Straße. Teilnehmen können alle Interessierte. 

Einen Impulsvortrag hält Prof. Dr. Gerhard Henkel, Humangeograf und renommierter Dorfexperte in Deutschland. Über Erfahrungen im Modellprojekt „Gemeinsam älter werden – Zuhause“ referiert die Projektkoordinatorin Jutta Wegmann. In den anschließenden Werkstatt-Gesprächen können sich Vertreter kommunaler Selbstverwaltung, ehrenamtlich Aktive und Planende sowie alle interessierten Teilnehmer aktiv austauschen zu Themen wie „Was wir als Bürgerinnen und Bürger einbringen können, damit ein gutes Leben für alle Generationen im Dorf / im Stadtteil möglich ist“, „Versorgungsstrukturen im Dorf, in der Kleinstadt für Menschen, die in ihrer Mobilität oder Gesundheit eingeschränkt sind“, „Was die Gemeinde tun kann auf dem Weg in ein barrierefreies Miteinander“, „Die Pflege der Zukunft - was können wir uns für uns selbst gut vorstellen, was wünschen wir uns?“ 

Interessierte melden sich bitte bis zum 28. Oktober bei Jutta Wegmann, Tel. 07275/913032, E-Mail:  an.

Die Zukunft der Hilfen für Ältere und Pflegebedürftige im Landkreis Germersheim war zentrales Thema der 13. Regionalen Pflegekonferenz Ende Oktober. Unter Vorsitz von Landrat Dr. Fritz Brechtel erarbeiteten die Teilnehmenden dazu die Grundlagen für ein Leitbild der Pflegekonferenz. Als einer von drei Landkreisen in Rheinland-Pfalz wurde Germersheim vom Land für die Förderung dieses Leitbildprojekts ausgewählt.

Begleitet von Moderator Ludwig Weitz („Vision-Bonn“) brachten die 65 Teilnehmenden ihre Fachkompetenzen ein und sammelten an Tischgruppen eine Fülle von Vorschlägen und Ideen für die künftige Zusammenarbeit im Pflegebereich. Einige der Anregungen sind: Eine neuartige Zusammenarbeit zwischen Bürgerhelfern und Profi-Pflegekräften in jeder Ortsgemeinde, Schaffung von örtlichen Netzwerken für Demenzkranke, Vorbereitung der Gemeindeverwaltungen auf den demografischen Wandel, d.h. auf die zunehmende Alterung der Gesellschaft, Zusammenführung von Jung und Alt im Dorf, Ausbau von kleinen Betreuungs- , Service- und Pflegeeinrichtungen jeweils in der Ortsmitte als Alternative zum Heim. Außerdem lautet eine Forderung: Wir brauchen lebendige Gemeinden und gegenseitig hilfsbereite Bürger, da Pflege uns alle betrifft und künftig nicht nur von bezahlten Kräften zu leisten ist. 

Bis zum Frühjahr entwickelt nun eine eigene Arbeitsgruppe der Pflegekonferenz aus dem Material den Entwurf für ein Leitbild, mit dem künftig die Zusammenarbeit aller am Thema Pflege Beteiligten im Landkreis beschrieben und bestimmt wird. Dr. Brechtel unterstrich die hohe Bedeutung dieser Zukunftsaufgabe und dankte allen Beteiligten. 

Während der ganztägigen Konferenz wurden als weitere Punkte die Initiativen des Landkreises zum Aufbau von organisierter Nachbarschaftshilfe und der aktuelle Sachstand des laufenden Bundesmodellprojekts „Gemeinsam älter werden - zu Hause“ behandelt. Der Geschäftsstellenleiter der Pflegekonferenz, Harald Nier, dankte zum Abschluss der Tagung allen Mitwirkenden. Landrat Brechtel ist überzeugt, „dass mit den Gruppenergebnissen eine sehr gute Grundlage für die Leitbildentwicklung und damit für die künftige Gestaltung und Organisation der Pflege im Landkreis geschaffen ist.“

Unter dem Titel „Der Herbst ist bunt – auch im Alter bleiben wo ich will – zu Hause“ veranstaltet die Kreisverwaltung zusammen mit dem Mehrgenerationenhaus Wörth ein Symposium am Donnerstag, 27. März 2014, 16.30 Uhr, in der Festhalle Wörth, Festplatz 1. Einer der Gastredner ist der Mediziner und Psychiater Prof. Klaus Dörner. Ab 16 Uhr steht der informelle Austausch auf dem Programm. 

„In den nächsten Jahren und Jahrzehnten kommen gravierende Veränderungen auf uns zu, die auch die Bereiche ‚Leben und Wohnen im Alter’ und ‚Pflegebedarf’ betreffen. Wie wollen wir selbst in dieser Zeit und im höheren Lebensalter unser Leben gestalten, welche Chancen sehen wir, welche Rahmenbedingungen erwarten wir, was sind unsere Hoffnungen und Befürchtungen? Das wird uns am 27. März beschäftigen“, so Landrat Dr. Fritz Brechtel, Schirmherr der Veranstaltung.

„Es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass die lineare Fortschreibung unserer bisherigen Strukturen der Hilfen im Alter nicht mehr ausreicht, um die ansteigenden Bedarfe abzudecken. Eine menschheitsgeschichtlich noch nie da gewesene Situation - Es wird dann mehr „Alte“ als „Junge“ geben - braucht neue Antworten für das Leben und Zusammenleben im Alter“, unterstreicht Sozialdezernent Dietmar Seefeldt. 

Prof. Dörner hat diese Lage und innovative Lösungsansätze analysiert, hat Wege aufgezeigt und bundesweit bereits vorhandene Beispiele zusammengetragen. Er hält im Rahmen des Symposiums einen Vortrag zu diesen Themen und beleuchtet die demografische Entwicklung im Landkreis. Die Wünsche der südpfälzer Bevölkerung an das Leben im Alter werden von Bürgermeister Gerhard Beil, Rheinzabern, skizziert und ein bereits funktionierendes Beispiel, die Gemeinde Eichstetten am Kaiserstuhl, stellt Sabine Lais von der dortigen Bürgergemeinschaft vor.

Moderiert und mit Song-Einlagen aufgelockert wird das Symposium von Ines Martinez. 

Der Eintritt ist frei. Anmeldungen werden erbeten bis Freitag, 21. März 2014, an das Mehrgenerationenhaus Wörth, Tel.: 07271/8622, Mail: .

„Die Kreisverwaltung Germersheim hat die Initiative des Seniorenbeirats Wörth zur Gründung einer Nachbarschaftshilfe gerne aufgegriffen und unterstützt“, sagte Landrat Dr. Fritz Brechtel Mitte März bei der Informationsveranstaltung zum Start der Nachbarschaftshilfe im Wörther Mehrgenerationenhaus. Rund 100 Interessierte waren gekommen, um sich über das Thema zu informieren. Landrat Brechtel ergänzte: „Die Wörther Initiative ist im Zusammenhang mit dem derzeit laufenden Bundesmodellprogramm „Gemeinsam älter werden - zu Hause“ entstanden und hat Pilotcharakter: Denn ein weiteres Ziel ist es, auch andere interessierte Gemeinden und ambulante Dienste im Landkreis beim Aufbau solcher wertvollen bürgerschaftlichen Hilfe zu unterstützen.“ 

Träger der Nachbarschaftshilfe ist die Ökumenische Sozialstation Hagenbach, Kandel, Wörth e.V., die das Projekt gemeinsam mit den Partnern Seniorenbeirat Wörth, dem Mehrgenerationenhaus und unterstützt von der Kreisverwaltung Germersheim aufbaut. „Der Zweck der Nachbarschaftshilfe ist einfach und einleuchtend: Ältere Menschen, die Hilfe brauchen, finden dort für eine Aufwandsentschädigung Helferinnen und Helfer. Damit ältere, kranke und behinderte Menschen auch weiterhin zu Hause wohnen können, brauchen sie oft kleine, aber entscheidende Dienstleistungen wie z. B. Begleitung zum Arzt, Spazierengehen, Einkaufen, Hilfe beim Kochen, Vorlesen, Spielen, Rasenmähen, Versorgung von Haustieren“, stellte Christian Scheiba von der Sozialstation vor. Der Hilfeempfänger leistet einen Beitrag von 9 Euro pro Stunde. Davon erhält der Helfende einen Stundensatz von 6 Euro als Aufwandsentschädigung. 3 Euro pro Stunde bleiben bei der Sozialstation für den Organisationsaufwand, die Schulung und Begleitung der Helfer und die Versicherungen. 

Harald Nier, in der Kreisverwaltung Germersheim zuständig für den Bereich Pflegestrukturplanung, moderierte die Podiumsdiskussion. Darin betonten die Beigeordnete Ursula Radwan für die Stadtverwaltung, Pfarrer Andreas Pfautsch und Joachim Schmidt vom Krankenbetreuungsverein ihre Unterstützung für das Projekt. „Da auch Volker Herth, Vorsitzender des Seniorenbeirats, Silvia Kempf-Diehl, Leiterin des Mehrgenerationenhauses, und der Wörther Pflegestützpunkt mitwirken, kann sich die Nachbarschaftshilfe auf ein breites Netzwerk stützen“, so Nier. Finanziell unterstützt wird die Initiative u.a. von Kreis und Land: „Demnächst erhält der Träger auch eine Landes- und Kreisförderung von insgesamt 5.000 Euro für das erste Jahr“, sagte Landrat Brechtel. Auch Jochen Butz von der Sparkasse Germersheim-Kandel und Engelbert Beiser von der Volks- und Raiffeisenbank Südpfalz, überreichten im Rahmen der Veranstaltung jeweils einen Scheck in Höhe von 1.000 Euro und wünschen dem Projekt alles Gute und viel Erfolg bei der Suche nach ehrenamtlichen Helfern. 

Aus dem Kreis der Zuhörer kamen bereits Fragen zu konkreten Einsatzmöglichkeiten, die von der Geschäftsführerin der Sozialstation, Birgit Keppel, und Joachim Wedel vom Seniorenbeirat, kompetent beantwortet wurden. Harald Nier erklärte, dass die Nachbarschaftshilfe keine Konkurrenz zu gewerblichen Hilfsdiensten sei, da hier der Betreuungsgedanke im Vordergrund der Dienstleistung stehe: „Wer also nur einen Putzdienst sucht, wird an entsprechende Anbieter verwiesen.“

Zum Abschluss der von Seniorenbeirat Helmut Grünert auf dem Keyboard musikalisch begleiteten Veranstaltung, kamen die Anwesenden bei einem Imbiss vom Kochkursteam ins Gespräch mit den Verantwortlichen. „Es war ein gelungener Auftakt“, so Landrat Brechtel abschließend, „Alle, die hinter der Initiative stehen, können optimistisch sein. Jetzt werden aber noch Menschen gesucht, die sich als Helfende in der Nachbarschaftshilfe Wörth engagieren wollen.“ Ansprechpartner hierfür sind: Birgit Keppel und Christian Scheiba von der Sozialstation Wörth, Tel. 07271/7608-0, Silvia Kempf-Diehl, Mehrgenerationenhaus Wörth, Tel. 07271/8622, Joachim Wedel, Seniorenbeirat, 07271/968427, Christel Schwindt, Pflegestützpunkt Wörth, 07271/1320335 oder 1320336.

„Wie auf wirtschaftlichem Gebiet wollen und müssen wir auch im sozialen Bereich innovativ vorangehen und zukunftsgeeignete, d. h. demografiefeste Strukturen der Hilfen im Alter aufbauen und fördern“, sagte Landrat Dr. Fritz Brechtel zur Eröffnung des Symposium „Der Herbst ist bunt- auch im Alter bleiben wo ich will - zu Hause“ Ende März in Wörth. Impulse dazu gab der Referent Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner aus Hamburg. Der Mediziner und Psychiater führte vor rund 200 Zuhörern aus, wie künftig das Zusammenleben in Dörfern und Stadtteilen organisiert werden muss, um auch im Alter und bei Pflegebedarf im angestammten Wohnquartier bleiben zu können.

Prof. Dörner nannte viele konkrete Beispiele aus ganz Deutschland wie in den letzten Jahren Bürgerhelfer und Profis beispielsweise Nachbarschaftshilfen, innerörtliche kleine Pflegewohngruppen, dörfliche Begegnungszentren mit Tagesbetreuung oder Bürgervereine zur Hilfe im Alter aufgebaut haben und erfolgreich betreiben. „Immer mehr Menschen merken, dass sie gerne helfen wollen und es erfüllend ist, ihren Nachbarn vielleicht eine Stunde in der Woche zu helfen“, berichtete der Referent, „Wenn die Nachbarschaft, das Wohnumfeld, wieder als Sozialraum gesehen wird, in dem man nicht nur in jungen Jahren, sondern gerade auch im Alter leben will, kommt es darauf an, dass Bürger und Kommunen gemeinsam diese Wahlverwandtschaften unterstützen, in dem zentral gelegene Immobilien für Begegnung, Serviceangebote, Pflege und Betreuung im Ort umgenutzt und umgebaut werden.“

Bürgermeister Gerhard Beil, Rheinzabern wies darauf hin, dass es auf dem Land noch viele Netzwerke in Gruppen und Vereinen gibt, die jedoch für eine tragfähige Hilfe im Alter wiederbelebt werden müssten. Harald Nier zuständig in der Kreisverwaltung für den Bereich Senioren, zeigte mit wenigen, aber dramatischen Zahlen die Auswirkungen des demografischen Wandels im Kreisgebiet in den kommenden Jahrzehnten: „Insbesondere die Zahl der Hochaltrigen, d. h. der über 80-Jährigen wird bis 2060 um das 2,8fache steigen. Gleichzeitig wird die Zahl der Pflegenden sinken und die Zahl der Fachkräfte nicht Schritt halten. Mit einer Fortschreibung der herkömmlichen Hilfen ist eine Unterstützung der Älteren und dann auch der Pflegebedürftigen und Demenzerkrankten deshalb nicht mehr leistbar. Wir brauchen grundlegend neue Herangehensweisen, wie sie Prof. Dörner beschrieben hat.“

Wie so etwas aussehen kann, zeigte Sabine Lais vom Vorstand der Bürgergemeinschaft im südbadischen Eichstetten. Dort haben Bürgermeister und Bürgerschaft schon vor 16 Jahren „.den Generationenvertrag in die eigenen Hände genommen“ und eine Kultur der gegenseitigen Hilfe im Dorf aufgebaut, eine Pflegewohngruppe eingerichtet und Tagespflege organisiert, „so dass niemand mehr weg muss ins Pflegeheim“.

„Wir sind im Landkreis Germersheim auf einem guten Weg“ betonte Landrat Brechtel, „da unser Modellprogramm „Gemeinsam älter werden - zu Hause“ heute schon erkennbare Kreise zieht. Bürgervereine werden gegründet, Nachbarschaftshilfen aufgebaut und Pflegewohngruppen geplant. Damit kann dann das Altern und der demografische Wandel als Geschenk und als Chance erlebt werden und nicht nur als Belastung.“

Dies unterstrich auch die Moderatorin der Veranstaltung, Ines Martinez, in ihrer Rolle als Sängerin, die begleitet von ihrem Partner William Lecomte, am Flügel, die Zuhörer mit passenden, kabarettistischen Liedern begeisterte. Am Ende dankten Silvia Kempf-Diehl vom Mehrgenerationenhaus als Kooperationspartner des Symposiums und Landrat Brechtel allen Referenten für die Mut machenden Anstöße.

Startschuss für aktive Nachbarschaftshilfe in Wörth: 15 Personen haben sich inzwischen für die Nachbarschaftshilfe schulen lassen und wollen sich jetzt gegen eine kleine Aufwandsentschädigung einbringen. „Wer also Hilfe benötigt, kann sich gerne melden“, so Birgit Keppel, Geschäftsführerin der Sozialstation.

Einige der Helfer sind sehr flexibel und können den ganzen Tag über unterstützend zur Seite stehen. Christian Scheiba, Pflegedienstleiter bei der Sozialstation, nennt Beispiele, wie und wo die ehrenamtlichen Helfer zum Einsatz kommen können: „Wenn sich jemand einen Arm gebrochen hat und die täglichen Verrichtungen wie z. B. Essen zubereiten oder einkaufen gehen für einen bestimmten Zeitraum nicht erledigen kann, aber auch wenn jemand zum Arzt, Friseur oder zu einer Veranstaltung begeleitet werden möchte.“ Genauso könnten sich pflegende Angehörige eine Auszeit gönnen, während sich Helfer um den Angehörigen kümmern - tagsüber oder auch mal abends. Selbst Haustiere werden auf Wunsch versorgt, z. B. durch Gassi gehen oder Füttern. „Sollten Sie Hilfe benötigen, können die Aufwandsentschädigung für einen Helfer aber nicht übernehmen, sprechen Sie uns trotzdem an, damit wir gemeinsam einen Weg finden“, betont Birgit Keppel.

Landrat Dr. Fritz Brechtel freut sich über das Engagement: „Die Initiative ist im Zusammenhang mit dem derzeit laufenden Bundesmodellprogramm „Gemeinsam älter werden - zu Hause“ entstanden und hat Pilotcharakter. Ein Ziel ist es, auch andere Gemeinden und ambulante Dienste im Kreis beim Aufbau von bürgerschaftlichen Hilfen zu unterstützen.“

Die Nachbarschaftshilfe in Wörth funktioniert folgendermaßen: Der Hilfeempfänger leistet einen Beitrag von 9 Euro pro Stunde. Davon erhält der Helfende einen Stundensatz von 6 Euro als Aufwandsentschädigung. 3 Euro pro Stunde bleiben bei der Sozialstation für den Organisationsaufwand, die Schulung und Begleitung der Helfer und die Versicherungen.

Wer die Nachbarschaftshilfe in Anspruch nehmen möchte, wendet sich bitte an:

  • Ökumenische Sozialstation Hagenbach, Kandel, Wörth e. V., Birgit Keppel und Christian Scheiba Tel. 07271/7608-0
  • Mehrgenerationenhaus (MGH) Silvia Kempf-Diehl Tel. 07271/8622
  • Seniorenbeirat Joachim Wedel Tel. 07271/968427
  • Pflegestützpunkt Christel Schwind und Elsbeth Temmel–Kempf, Tel. 07271/1320-335 oder -336

„Im Rahmen des Modellprojekts `Gemeinsam älter werden - zu Hause: Heute, morgen und in Zukunft´ haben wir im Landkreis Germersheim schon mehr erreicht als ursprünglich geplant“, sagte Landrat Dr. Fritz Brechtel im Rahmen eines Strategiegesprächs und zog eine durchweg positive Zwischenbilanz. Kernstück des Projekts ist die Gewinnung und Beauftragung von ehrenamtlich tätigen Seniorenbeauftragten in den Orts- und Verbandsgemeinden, die wiederum kreisweit in einem Netzwerk organisiert sind. „Heute gibt es bereits 28 Beauftragte und das Netzwerk funktioniert“, berichtete Sozialdezernent Dietmar Seefeldt. 

Im Rückblick auf die bisherigen Ergebnisse des Modellprojekts zeigt sich, dass bereits vor Ablauf mehr erreicht wurde als geplant. So wurde z.B. neben Neuburg auf Initiative der örtlichen Seniorenbeauftragten in Berg ein weiterer Bürgerverein zur gegenseitigen Unterstützung im Alter gegründet, der aus dem Stand heraus über 100 Mitglieder erreichte. In Lingenfeld steht ein Bürgerbusprojekt am Start und in Wörth wurde eine Organisierte Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen. Harald Nier, in der Kreisverwaltung zuständig für den Bereich Pflegestrukturplanung freut sich darüber, „dass in immer mehr Gemeinden die Seniorenbeauftragten in kurzer Zeit und in engem Kontakt mit der Gemeindeverwaltung und den Bürgermeistern als kompetente Gesprächspartner und Mittler der Anliegen und Erfordernisse der älteren Generation ernst genommen und in Planungsabläufe einbezogen werden.“ 

In einem Strategiegespräch haben jetzt die Projektverantwortlichen der Kreisverwaltung mit den Seniorenbeauftragten der Gemeinden im Landkreis Germersheim die noch anstehenden Vorhaben des laufenden Modellprogramms geplant und das bisher Erreichte ausgewertet. Seit 2012 gibt das auf drei Jahre angelegte und vom Bundesseniorenministerium (BMFSFJ) finanziell geförderte Projekt Anstöße, wie die Verhältnisse in den Gemeinden zu gestalten sind, damit Einwohner künftig die Möglichkeit haben, auch zu Hause alt zu werden. Als nächstes organisiert die Kreisverwaltung für das Netzwerk der Seniorenbeauftragten eine Informationsfahrt ins südbadische Eichstetten, wo die Kommune bereits vor Jahren „den Generationenvertrag in die eigenen Hände genommen“ und eine Bürgergemeinschaft mit Tagesbetreuung und eine dörfliche Pflegewohngruppe aufgebaut hat. Außerdem wird es einen Besuch im Karlsruher Forschungszentrum für Informatik geben, bei dem die Gespräche und Besichtigung von innovativen technischen Hilfen für das Alter auf dem Programm stehen. Karin Kaltenbach vom Fachbereich Soziale Hilfen begrüßt diese Ansätze: „Wir brauchen dringend ambulant ausgerichtete Angebote für ältere und pflegebedürftige Menschen an ihrem Wohnort.“ 

Laut Landrat Brechtel und Dezernent Seefeldt zeichnet sich ab, dass auch nach dem Ende der Modellförderung im nächsten Jahr das Engagement der Seniorenbeauftragten, unterstützt von der Kreisverwaltung, weitergehen wird. Brechtel und Seefeldt befürworten dies: „Um den demografischen Wandel in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zu bewältigen, müssen wir uns heute konsequent auf den Weg machen. Das Modellprogramm liefert uns gute Anstöße für zukunftsgeeignete, innovative Strukturen der Hilfen für Ältere, die wir jetzt zielgerichtet aufgreifen und weiterentwickeln“. 

Ansprechpartner für das Modellprojekt ist in der Kreisverwaltung Germersheim Harald Nier, Tel: 07274/53-279, E-Mail: .

„Der demografische Wandel ist ein wichtiges Thema, dem sich der Kreis seit Jahren intensiv widmet. Um immer wieder neue Anregungen zu erhalten und um gute Beispiele kennenzulernen, hat der Kreis für Vertreter der Gemeinden und Städte im Kreis Germersheim eine Informationsfahrt nach Eichstetten am Kaiserstuhl organisiert“, berichtet Landrat Dr. Fritz Brechtel, „Dort haben Bürgermeister und Bürgerschaft schon seit Jahren den Generationenvertrag in die eigenen Hände genommen und eine Kultur der gegenseitigen Hilfe im Dorf aufgebaut, eine Pflegewohngruppe eingerichtet und Tagespflege organisiert.“ 

Die Fahrt stößt auf großes Interesse. Neben dem Thema Senioren und demografischer Wandel steht das Thema Hochwasserschutz auf dem Programm. Zahlreiche Vertreter der Städte und Gemeinden im Kreis haben sich angemeldet, ebenso etliche Kreistagsmitglieder.

Der erste Tag der Informationsfahrt widmet sich ganz dem Zusammenleben von Jung und Alt und dem Älterwerden in einer kleineren Gemeinde. „Die Kombination von professioneller Pflege und Bürgerhilfe in Eichstetten soll uns Anregungen für die Diskussion und zur Weiterentwicklung im Landkreis Germersheim im Hinblick auf den demografischen Wandel in der Südpfalz geben“, erklärt der Erste Kreisbeigeordnete Dietmar Seefeldt.

Am zweiten Tag steht das Thema Hochwasserschutz auf der Agenda, darunter die Besichtigung des Kulturwehrs in Breisach. „Das Kulturwehr Breisach schützt im Hochwasserfall auch den Landkreis Germersheim. Es ist ein gutes Beispiel für gelebte Solidarität zwischen Ober- und Unterliegern am Oberrhein“, so Landrat Brechtel. 

„Die Fahrt nach Eichstetten soll uns für zwei wichtige Zukunftsthemen neue Impulse geben, damit wir gemeinde- und städtebezogen weiter sinnvoll und zielgerichtet handeln können. Denn den Anforderungen einer älter werdenden Gesellschafft gerecht zu werden, ist eine Aufgabe, die uns alle angeht. Entsprechende Projekte haben wir bereits auf den Weg gebracht, beispielsweise das Modellprojekt `Gemeinsam älter werden - zu Hause´. Auch werden Bürgervereine gegründet, Nachbarschaftshilfen aufgebaut und Pflegewohngruppen geplant. Damit kann das Altern und der demografische Wandel als Geschenk und als Chance erlebt werden und nicht nur als Belastung“, so Landrat Brechtel abschließend.

Wer im Alter selbständig zuhause wohnen bleiben will, der braucht verlässliche soziale Netzwerke und gut erreichbare Angebote von Beratung, Betreuung und Versorgung. Erst recht bei zunehmendem Hilfe- und Pflegebedarf im Rahmen des demografischen Wandels. „Diese zu entwickeln, war das Ziel des Modellprogramms, für das der Kreis Germersheim den Titel ‚Gemeinsam älter werden – Zuhause. Heute, morgen und in Zukunft‘, gewählt hatte“, so Landrat Dr. Fritz Brechtel. 

Bei dem 2011 bundesweit ausgeschriebenen Projekt des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, erhielt der Kreis als eine von 50 ausgewählten Bewerbern den Zuschlag. Insgesamt hatte es 500 Bewerbungen gegeben. Zur Abschlussveranstaltung kamen nun am 4. November Vertreter der geförderten Projekte nach Berlin, um die Erfolge zu würdigen und Perspektiven für die Zukunft zu beleuchten. Harald Nier, von der Kreisverwaltung Germersheim, Arnika Eck, Beigeordnete der Verbandsgemeinde Hagenbach, und Projekt-Moderatorin Jutta Wegmann zeigten die positive Entwicklung in der Modellverbandsgemeinde Hagenbach und in weiteren Gemeinden des Kreises auf. Jutta Wegmann zeigte sich „besonders beeindruckt von dem Elan, den die ehrenamtlichen Projektbeteiligten eingebracht haben und der zur Gründung von Bürgervereinen, Aufbau von Nachbarschaftshilfen, Fahrdiensten usw. geführt hat.“

Arnika Eck ergänzte: "Am Beispiel unseres Bürgervereins in Neuburg sieht man deutlich, wie eine Dorfgemeinschaft das Thema Älter werden, möglichst in den eigenen vier Wänden, erfolgreich in die Hand genommen hat. Beeindruckend ist auch, wie zielgerichtet und fleißig die Seniorenteams in den Gemeinden Berg und Scheibenhardt sowie der Stadt Hagenbach Aufgaben rund um die Seniorenarbeit anpacken.“ 

Das Modellprojekt aus dem Kreis Germersheim war interessant genug, um in Berlin bei einem Bühnen-Interview von der Journalistin Daniela Wiesler-Schnalke präsentiert zu werden. Dabei unterstrich Harald Nier: „Bereits der Titel ‚Gemeinsam älter werden - Zuhause‘ wirkte programmatisch und hat geholfen, dass die Seniorenbeauftragten mit Bürgermeistern und Gemeinderäten weitere Initiativen und Projekte für die ältere Generation in Gemeinden angeschoben und auf den Weg gebracht haben. Entscheidend war dabei auch die Unterstützung durch die Spitze der Kreisverwaltung, durch Landrat Dr. Fritz Brechtel, Sozialdezernenten Dietmar Seefeldt und der Fachbereichsleiterin Karin Kaltenbach.“ 

Elke Ferner, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, würdigte ebenfalls die geleistete Arbeit: „Sie alle haben bewiesen, dass es bei uns schon heute eine Vielzahl vorbildlicher Projekte gibt, die selbstbestimmtes Leben und Wohnen im Alter auch im eigenen Quartier ermöglichen. Die beeindruckenden Beispiele sind hilfreich auch für die Arbeit an der Demografiestrategie der Bundesregierung. Sie zeigen, wie sehr alle Generationen gewinnen, wenn Energien gebündelt werden – gerade im ländlichen Raum. Das Bewusstsein gemeinsamer Verantwortung und die Bereitschaft zu gegenseitiger Hilfe entsteht am ehesten im überschaubaren Raum der eigenen Nachbarschaft.“ 

Nier, Eck und Wegmann überzeugten sich schließlich bei einem Rundgang selbst, wie sehr unterschiedliche Akteure zum Beispiel Kommunen, Wohnungsunternehmen, Wohlfahrtsverbände, kirchliche Einrichtungen und zivilgesellschaftliche Vereine individuelle und innovative Ansätze zur Gestaltung des sozialen Miteinanders und der alltagsnahen Unterstützung vor Ort entwickelten. 

Am 2. Dezember kommen die Akteure des Modellprojekts aus dem Landkreis Germersheim in Hagenbach zusammen, um auf das Erreichte der letzten drei Jahre zu blicken, „und vor allem um nach vorne zu schauen“, betonen Landrat Brechtel und Sozialdezernent Dietmar Seefeldt, „Wir setzten keinen Schlusspunkt, sondern einen Doppelpunkt: Was wir erreicht haben, soll auch eine gute Fortsetzung finden.“

(Foto: Sebastian Greuner)

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