Nach Urlaubsrückkehr auf Symptome achten

Aktuelle Lage erhöht Gefahr von Virus-Übertragungen durch Tigermücke

Mit dem Höhepunkt der Reisesaison kehren täglich viele Menschen aus tropischen und subtropischen Urlaubsregionen in den Landkreis Germersheim zurück. Die Kreisverwaltung Germersheim und die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS e. V.) warnen: Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ist nicht selbst mit Krankheitserregern infiziert, kann aber Viren wie Dengue, Chikungunya, Zika und das West-Nil-Virus übertragen, wenn sie zuvor eine infizierte Person gestochen hat. Reisende können sich in endemischen Gebieten (z. B. Teile Asiens, Südamerikas, Mittelmeerraum) infizieren, oft ohne Symptome zu bemerken. Das Virus zirkuliert dann im Blut und kann bei einem Stich von einer heimischen Tigermücke aufgenommen werden – so entsteht ein lokaler Übertragungsherd. Dazu die zuständige Kreisbeigeordnete, Anette Kloos: „Die Asiatische Tigermücke ist nicht mehr nur ein Problem in fernen Reiseländern – sie ist bei uns angekommen. Besonders jetzt, wo viele aus dem Urlaub zurückkehren, müssen wir alle achtsam sein. Jeder Mückenstich kann potenziell Viren übertragen.“

Massiver Tigermücken-Befall in Germersheim und erste West-Nil-Infektion

Das Foto zeigt Tigermücken-Larven, die bei einem Pressegespräch Anfang Juni gezeigt wurde. Seinerzeit wurde die Bevölkerung gebeten, auf mögliche Brutstätten im eigenen Garten zu achten.
Das Foto zeigt Tigermücken-Larven, die bei einem Pressegespräch Anfang Juni gezeigt wurde. Seinerzeit wurde die Bevölkerung gebeten, auf mögliche Brutstätten im eigenen Garten zu achten.  

Ein dramatischer Fall im Landkreis zeigt das Ausmaß der Bedrohung: Bei einer gemeinsamen Ortsbegehung von Vertretern der Kreisverwaltung und der KABS wurde ein so heftiger Befall festgestellt, dass sich im Außenbereich kaum noch Menschen aufhalten konnten. Neben zahlreichen ausgewachsenen Mücken wurden vor Ort große Mengen an Larven, unter anderem in Sickerschächten, entdeckt. Die KABS hat umgehend Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet, betont aber: Flächendeckende Bekämpfung auf privaten Grundstücken ist nicht möglich.

„Der massive Befall in Germersheim zeigt dramatisch, was auf uns zukommt, wenn wir nicht handeln. Die Mücken nutzen jede kleinste Wasseransammlung – ob Regentonne, Blumenuntersetzer oder Sickerschacht. Hier ist jeder Einzelne gefordert, Brutstätten konsequent zu beseitigen“, so Anette Kloos. Als weiteren Beleg für die zunehmende Übertragung von Viren durch heimische Mücken verweisen Experten auf den ersten autochthonen West-Nil-Fall 2026 in Rheinland-Pfalz: Laut Medienberichten war die betroffene Person selbst nicht im Ausland und wurde höchstwahrscheinlich durch eine heimische Mücke infiziert.

Empfehlung: Konsequenter Mückenschutz auch nach der Reise

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt ungeimpften Reiserückkehrern aus Risikogebieten, sich in den ersten 14 Tagen nach der Rückkehr besonders konsequent vor Mückenstichen zu schützen – auch bei Symptomfreiheit. Dazu gehören zum Beispiel das Tragen von langärmeliger, heller Kleidung oder beispielsweise die Nutzung von insektenabweisenden Sprays. Bei Symptomen wie Fieber, Kopf-, Muskel- oder Gelenkschmerzen, Hautausschlag oder allgemeinem Krankheitsgefühl sollten Menschen, die von einer Reise zurückgekehrt sind, unverzüglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und dabei auf die eigene Reise hinweisen.

Bürgermitwirkung entscheidend: Brutstätten beseitigen

Landrat Martin Brandl appelliert an die Menschen in Kreis: „„Gesundheitsschutz ist Gemeinschaftsaufgabe. Wir als Kreisverwaltung und auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KABS können nicht jedes private Grundstück kontrollieren. Aber wenn wir alle gemeinsam Verantwortung übernehmen – ob im Garten, auf dem Balkon oder nach der Reise – dann können wir verhindern, dass sich tropische Viren bei uns etablieren.“ Die Asiatische Tigermücke nutzt selbst kleinste Wasseransammlungen zur Fortpflanzung – von Regentonnen und Blumenuntersetzern bis hin zu verstopften Dachrinnen oder Sickerschächten. Die wirksamste Maßnahme gegen die Ausbreitung ist daher das konsequente Vermeiden und Beseitigen von stehendem Wasser. „Nur durch gemeinsames Handeln kann verhindert werden, dass sich tropische Viren auch in unserer Region etablieren“, so Landrat Martin Brandl.

Weitere Informationen unter:
www.kreis-germersheim.de/tigermücke