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Nur gemeinsames Handeln schützt vor Ausbreitung
Asiatische Tigermücke im Landkreis Germersheim
Die Asiatische Tigermücke hat sich in der Südpfalz etabliert – und stellt Kommunen wie Bevölkerung vor neue Herausforderungen im Gesundheits- und Umweltschutz. Zu diesem Ergebnis kamen Fachleute, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Verwaltungsvertretungen bei einem Strategiegespräch der Kreisverwaltung Germersheim im Straßenmuseum in Germersheim.
Rund zwei Dutzend Teilnehmende informierten sich in kompakten Fachvorträgen über Herkunft, Verbreitung und Gefährdungspotenzial der invasiven Stechmückenart. Expertinnen und Experten der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) sowie des Gesundheitsamtes machten deutlich: Die Asiatische Tigermücke unterscheidet sich grundlegend von der heimischen Rheinschnake. Sie ist tagaktiv, sticht aggressiv und lebt in unmittelbarer Nähe des Menschen. Ihr Flugradius beträgt lediglich rund 200 Meter – gleichzeitig reichen kleinste Wasseransammlungen, die für wenige Tage bestehen, für eine erfolgreiche Vermehrung aus.

© KV GER/mda
Ein
Exemplar der Tigermücke, aufgenommen über die Linse eines Mikroskops (ein Klick auf das Bild vergrößert die Ansicht).
Auch wenn bislang in der Südpfalz keine Übertragung von Krankheiten wie Dengue- oder Chikungunya-Fieber nachgewiesen wurde, gilt deren Auftreten als wahrscheinlich. Erste lokale Infektionen in Grenznähe, etwa im Elsass, unterstreichen die zunehmende Bedeutung des Themas.
Landrat Martin Brandl betont im Nachgang der Gespräche: „Die Asiatische Tigermücke ist längst bei uns angekommen. Jetzt kommt es darauf an, frühzeitig und koordiniert zu handeln. Nur wenn wir Kommunen, Fachstellen und Bevölkerung zusammenbringen, können wir die Ausbreitung wirksam eindämmen.“ Ein zentrales Ergebnis des Abends: Klassische Bekämpfungsmaßnahmen, wie sie etwa bei der Rheinschnake erfolgreich eingesetzt werden, stoßen bei der Tigermücke an ihre Grenzen. Statt großflächiger technischer Einsätze sind gezielte Maßnahmen im direkten Lebensumfeld der Menschen entscheidend. Die zuständige Kreisbeigeordnete Anette Kloos erklärt dazu: „Die Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke beginnt im eigenen Garten, auf dem Balkon oder rund ums Haus. Jeder kann mit einfachen Mitteln dazu beitragen, Brutstätten zu vermeiden – und genau darauf wollen wir künftig noch stärker aufmerksam machen.“

© KV GER/mda
Zwei KABS
Mitarbeiterinnen im Entree des Deutschen Straßenmuseums, wo die Strategiegespräche
stattgefunden haben.
KABS-Vizepräsident Marcus Schaile unterstreicht die Bedeutung dieses Ansatzes: „Durch den geringen Flugradius entscheidet sich die Ausbreitung im direkten Umfeld. Wenn es gelingt, Brutplätze konsequent zu beseitigen, kann die Population wirksam reduziert werden. Aufklärung und Mitwirkung der Bevölkerung sind dabei der Schlüssel.“ Konkret bedeutet das: Wasseransammlungen sollten konsequent vermieden werden. Dazu zählen unter anderem Untersetzer von Blumentöpfen, Gießkannen, Eimer, Regentonnen ohne Abdeckung oder auch kleine Wasserreste in Spielgeräten oder Abdeckplanen. Bereits kleinste Mengen Wasser über wenige Tage hinweg reichen aus, damit sich Larven entwickeln können.
Neben den Fachvorträgen nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum Austausch und zur Vertiefung des Themas an Infoständen der KABS. Dort konnten unter anderem Eier, Larven und adulte Tiere der Asiatischen Tigermücke sowie heimischer Arten unter dem Mikroskop betrachtet werden.
Die Kreisverwaltung Germersheim wird ihre Informations- und Öffentlichkeitsarbeit zu diesem Thema in den kommenden Tagen weiter intensivieren. Geplant sind unter anderem Hinweise und Handlungsempfehlungen über Pressearbeit, soziale Medien sowie Informationsangebote für verschiedene Zielgruppen wie Bürgerinnen und Bürger, Schulen und Kitas. Ziel ist es, frühzeitig ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen und möglichst viele Menschen zum Mitmachen zu bewegen. „Denn nur gemeinsam lässt sich die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke wirksam begrenzen“, sind sich die Verantwortlichen einig.