Gegen Antifeminismus und alte Rollenbilder

Gleichstellungsbeauftragte schlagen Alarm und setzen neue Impulse

Beim jüngsten Treffen der Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Germersheim tauschten sich diese intensiv zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen aus. Insbesondere zunehmender Antifeminismus und wachsende Frauenfeindlichkeit bereiten den Fachstellen Sorge. Einig waren sich die Teilnehmenden darin, dass tradierte Rollenbilder derzeit wieder an Einfluss gewinnen, eine Entwicklung, die die Gleichstellungsarbeit vor neue Herausforderungen stellt.

Im Fokus stand daher die Frage, wie diesen Tendenzen wirksam begegnet werden kann. Deutlich wurde: Aufklärung, Prävention und kontinuierliche Bildungsarbeit bleiben zentrale Bausteine. Für das kommende Jahr planen die Gleichstellungsbeauftragten verschiedene Veranstaltungen, die sich gezielt mit Themen wie gesellschaftlicher Teilhabe, Gleichstellung und dem Abbau von Diskriminierung befassen.

Auch Landrat Martin Brandl nahm am Treffen teil und unterstrich die Bedeutung der Gleichstellungsarbeit als unverzichtbaren Bestandteil einer funktionierenden und gerechten Gesellschaft. Er würdigte das Engagement der Gleichstellungsbeauftragten und betonte deren wichtige Rolle für den sozialen Zusammenhalt im Landkreis.

das foto zeigt Beim Treffen: (v.l.) Lisa-Marie Trog (Landkreis Germersheim), Heinz Pollini (Weisser Ring e.V.), Evi Julier (LK GER), Yvonne Klein (VG Rülzheim), Theresia Butz (VG Lingenfeld), Walter Zirker (VG Jockgrim), Bibiche Ullrich (VG Kandel).
Beim Treffen: (v.l.) Lisa-Marie Trog (Landkreis Germersheim), Heinz Pollini (Weisser Ring e.V.), Evi Julier (LK GER), Yvonne Klein (VG Rülzheim), Theresia Butz (VG Lingenfeld), Walter Zirker (VG Jockgrim), Bibiche Ullrich (VG Kandel).

Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Lisa-Marie Trog, hob insbesondere die Bedeutsamkeit einer starken Vernetzung und der engen Zusammenarbeit mit den Kolleginnen aus den Verbandsgemeinden hervor. Gleichzeitig machte sie auf strukturelle Herausforderungen aufmerksam: „Leider sind nicht in allen Verbandsgemeinden die entsprechenden Stellen besetzt, was das vernetzte Arbeiten zusätzlich erschwert. Dennoch müssen wir sicherstellen, dass auch dort Menschen mit gleichstellungsrelevanten Themen erreicht und unterstützt werden“, so Trog.

Heinz Pollini, Außenstellenleiter des Weissen Rings e.V., berichtete beim Treffen aus der Praxis und über aktuelle Entwicklungen im Landkreis. Dabei wurde insbesondere die weiterhin hohe Zahl an Fällen häuslicher Gewalt thematisiert. Gleichzeitig stellte er die vielfältigen Unterstützungsangebote des Vereins vor. Der Weisse Ring e.V. ist eine wichtige Anlaufstelle für Betroffene und bietet Hilfe in unterschiedlichsten Notlagen. Interessierte, die sich im Verein engagieren möchten, können sich direkt an Heinz Pollini wenden (Kontakt: https://suedpfalz-rheinland-pfalz.weisser-ring.de/).

Alle Anwesenden waren sich einig, dass die enge Zusammenarbeit zwischen Gleichstellungsbeauftragten und Organisationen wie dem Weissen Ring ein entscheidender Baustein ist, um Betroffenen wirksam zu helfen und gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen.

Das Treffen machte deutlich: Erfolgreiche Gleichstellungsarbeit braucht kontinuierlichen Austausch, starke Netzwerke und gemeinsames Engagement, gerade in Zeiten gesellschaftlicher Veränderungen.

Weitere Informationen zum Thema Gleichstellung im Landkreis Germersheim finden Interessierte unter www.kreis-germersheim.de/gleichstellung