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Im Wellbachtal
Übung des Katastrophenschutz-Zuges
In diesen Tagen hat das Modul Brandbekämpfung des Katastrophenschutz-Zuges des Landkreises Germersheim mit etwa 30 Einsatzkräften eine Übung im Wellbachtal in der Verbandsgemeinde Annweiler durchgeführt. Im Fokus stand die Bekämpfung von Waldbränden in schwierigem, steilem Gelände – ein Szenario, das aufgrund zunehmender Trockenperioden und vergangener Einsätze immer mehr an Bedeutung gewinnt. Da der Landkreis Germersheim überwiegend über flaches Gelände verfügt, wurde bewusst ein Übungsort im benachbarten Pfälzerwald gewählt. Gastgeber war die Feuerwehr Annweiler-Gräfenhausen, die zwei anspruchsvolle Einsatzlagen vorbereitet hatte.

BBRiNNER, © Presseteam des Katschutzes
Ein ferngesteuertes Raupenfahrzeug der Feuerwehr Schwegenheim, das den Materialtransport im unwegsamen Gelände erheblich erleichtert.
Im ersten Szenario wurde ein Brand auf einem Felsen nahe des „Parkplatzes am Zwiesel“ entlang der B48 simuliert. Die Einsatzkräfte führten einen Löschangriff von zwei Seiten durch und arbeiteten sich dabei jeweils von unten nach oben vor. Schläuche und Ausrüstung mussten unter erschwerten Bedingungen mit Seilen und Schleifkorbtragen in das Gelände gebracht und gegen Abrutschen gesichert werden. Zum Einsatz kam dabei auch ein ferngesteuertes Raupenfahrzeug der Feuerwehr Schwegenheim, das den Materialtransport im unwegsamen Gelände erheblich erleichterte.
Das zweite Szenario fand im Bereich der „Fischerhütte am Kaltenbach“ statt. Hier wurde zunächst eine Wasserentnahme aus dem Kaltenbach aufgebaut und über einen Wirtschaftsweg in den Hang gefördert. Zwei parallele Löschangriffe wurden eingerichtet, unterstützt durch ein geländegängiges Tanklöschfahrzeug als Verstärkerpumpe. Beide Übungslagen wurden jeweils innerhalb von rund zwei Stunden erfolgreich abgearbeitet. Aufgrund der hohen Temperaturen wurde die Übung mit sogenannter Marscherleichterung durchgeführt, also mit reduzierter persönlicher Schutzausrüstung, um die Belastung für die Einsatzkräfte zu minimieren.
Begleitet wurde die Übung unter anderem durch den Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI) des Landkreises Germersheim, Christian Betzel, sowie dessen Stellvertreter, Mario Schmid, den BKI des Landkreises Südliche Weinstraße, Jens Thiele, sowie Vertretungen der örtlichen Feuerwehren und Führungskräften des Katastrophenschutz-Zuges. Landrat Martin Brandl betonte die Bedeutung solcher Übungen: „Die zunehmenden Herausforderungen durch Trockenheit und die steigende Waldbrandgefahr machen eine realitätsnahe Ausbildung unserer Einsatzkräfte unerlässlich. Die Übung im Wellbachtal zeigt eindrucksvoll, wie wichtig die enge Zusammenarbeit über Kreisgrenzen hinweg ist.“ Auch BKI Christian Betzel zog ein positives Fazit: „Gerade Einsätze in steilem Gelände stellen besondere Anforderungen an Mensch und Material. Umso wichtiger ist es, solche Lagen regelmäßig unter realistischen Bedingungen zu trainieren. Die Zusammenarbeit der beteiligten Einheiten hat sehr gut funktioniert.“
Der Katastrophenschutz-Zug des Landkreises Germersheim gliedert sich in die Module Führung, Brandbekämpfung, Wasserförderung und Wassertransport. Im Modul Brandbekämpfung wirken die Feuerwehren Bellheim, Jockgrim, Lustadt, Ottersheim, Rheinzabern, Scheibenhardt und Steinweiler zusammen. Die Kreisverwaltung Germersheim dankte am Ende der Feuerwehr Annweiler-Gräfenhausen für die Organisation und Durchführung der Übung sowie dem zuständigen Förster Harald Düx für die Bereitstellung des Übungsgeländes.